112: Warum sind wir bei Long Covid, PostVac und ME/CFS so immunschwach und infektanfällig? Mit Dr. Wick im Gespräch. 

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Sie haben wirklich alles gegeben. Aber der Feind war zu stark. 

So könnte die Geschichte anfangen.

Die Geschichte über diese mutigen Kämpfer. 

Das tapfere Sicherheitpersonal. 

Diejenigen, die uns am Leben erhalten.

Worum es hier geht? 

Es geht um das Immunsystem bei ME/CFS und Long Covid. 

  • Was passiert da genau? 
  • Warum fühlen wir uns so krank und sind so infektanfällig? 
  • Warum fühlen sich andere so krank, ohne dass sie irgendwelche Infekte mehr haben?  
  • Wie hängen Allergien, Autoimmunerkrankungen und reaktivierte Viren zusammen?
  • Was sollten wir im Labor messen lassen und warum ist der EliSpot laut Dr. Wick viel eindeutiger als der LTT Test?
  • Und vor allem: wie können wir das Immunsystem bestmöglich unterstützen und welche Therapie Erfolge kann Dr. Wick vorlegen?

Darüber rede ich mit Dr. Wick vom Wick-Labor. Ein Labor, wo du übrigens auch dein Blut testen lassen kannst, am besten in Zusammenarbeit mit deiner Ärztin.

Hier findest du den gesamten Text der Kurzfassung. Und weil dieser immer noch recht lang ist, findest du ganz unten auch eine kurze Zusammenfassung – falls dir das Lesen längerer Texte zu anstrengend ist. 

Und falls du die Kraft hast, höre dir auch gerne die Kurz- oder Langfassung des Podcasts hier an.

Legen wir los! 

Meist ist es hilfreich, komplizierte Zusammenhänge und medizinische Vorgänge in Bildern und Vergleichen darzustellen. 

Das haben wir auch in dieser Folge gemacht.

Und hier male ich das Bild noch mal ausführlicher, um all die wichtigen Dinge, die wir besprochen haben, plastisch darzustellen.

Also, stell dir folgendes vor:

Eine kleine Stadt, umgeben von einer Stadtmauer. Über mehrere Tore kann man in diese Stadt gelangen. 

In der Stadt wird ganz viel selbst angebaut. Sie produzieren, gärtnern, tauschen Dinge miteinander und helfen sich gegenseitig. 

Doch einiges muss auch von Außen gekauft und importiert werden. Händler kommen in die Stadt. Andere von außen besuchen ihre Freunde. Diese Besucher bereichern die Stadt und es ist ein buntes Treiben. 

Es könnte alles so herrlich harmonisch sein. 

Wenn es nicht diese gemeinen Gauner gäbe. 

Jeden Tag schleichen sich einige von ihnen in die Stadt und versuchen, sich dort ein Zuhause aufzubauen. 

Aber sie meinen es nicht gut mit den anderen. 

Sie vergiften ihre Nachbarn, hinterlassen überall Müll, machen ständig Probleme und vermehren sich dabei auch noch wie die Karnickel. 

Ein echtes Problem. 

Aber. 

Es gibt zum Glück die Stadtpolizei. 

Diese kundigen Kämpfer, die solche Eindringlinge genau erkennen können und gegen sie vorgehen. 

Und so stehen an den Stadttoren immer genügend Sicherheitsleute, die darauf achten, dass diese Ganoven gar nicht erst ins Stadtinnere kommen. 

Aber manchmal ist leider einfach zu viel los an den Stadttoren und so schaffen es immer wieder welche, einzudringen.

Deshalb gibt es auch in der Stadt Sicherheitspolizei. 

Und die macht in der Regel einen echt guten Job.

Sie steckt die Eindringlinge ins Gefängnis, wo sie keinen Schaden mehr mehr anrichten. 

Andere Gauner werden aus der Stadt verwiesen. 

Und nur, weil die Sicherheitspolizei solch einen guten Job macht, kann die Stadt schon Jahre in Frieden leben. Ja, es gibt mal zwischendurch etwas Aufruhr, aber es hat sich bis jetzt in Grenzen gehalten. 

Bis zu dem Tag, an dem eine ganz neue Truppe an Ganoven mit aller Härte in die Stadt einmarschiert. 

Und für richtig viel Chaos sorgt. 

Die Polizei ist Tag und Nacht im Einsatz. 

Sie kämpft bis zu Erschöpfung und darüber hinaus. 

Beobachter berichten später, dass diese Eindringlinge ein dickes C (Corona) auf ihrer Brust gestickt hatten. Andere meinten, sie hätten ein B (Borreliose) gesehen. Und andere hätten schwören können, es stand ein EBV auf der Jacke. 

Im Grunde hätte es jeder dieser Buchstaben sein können. Oder eine ganz anderer. 

Auf jeden Fall haben sie eine Menge Schaden angerichtet. 

Und jetzt kommt’s: 

Durch den Wahnsinns-Trubel und die ganze Anstrengung werden natürlich Fehler gemacht.

Schlimme Fehler. 

Und diese Fehler führen zu drei katastrophalen Folgen:

  1. Sogar die freundlichen Händler oder Besucher werden in der Panik als Feinde verkannt und bekämpft. Sie tun doch eigentlich nichts Böses, aber müssen jetzt mit so viel Gegenwehr rechnen. (Bild für Allergien. Harmlose Stoffe wie Lebensmittel oder Pollen werden plötzlich als gefährlich angesehen.) 
  2. Aber noch schlimmer: Sogar die eigenen Bewohner bekommen ihr Fett ab und werden als Fremde bekämpft. (Bild für Autoimmunerkrankungen wie Hashimoto, Diabetes oder sogar ME CFS selbst, wie Dr. Scheibenbogen vermutet.) 
  3. Die Polizei ist so sehr auf diese neuen Eindringlinge fokussiert, dass sogar die Wachleute in den Gefängnissen, wo die vorigen Ganoven sitzen, abgezogen werden für den großen Kampf. Und somit können die Eingesperrten wieder aus ihren Zellen kommen, sich gemeinsam wieder vermehren und noch mehr Schaden anrichten. (Reaktivierung von Viren).

Genau solche Vorgänge beschreibt Dr. Wick in dem Gespräch, wenn auch mit anderen Worten. 

Wir kennen also jetzt 

Die Aufgabe und Probleme des Immunsystems

Das Immunsystem (die Sicherheitspolizei) sorgt dafür, dass Viren und Bakterien schnell wieder aus dem Körper verschwinden oder zumindest keinen Schaden mehr anrichten. Meistens sind Erkältungen oder eine Grippe nach wenigen Wochen vorbei.

Das auslösende Virus wie z.B. bei Corona wurde vom Immunsystem bekämpft. Vielleicht sogar bei Long Covid Patienten erfolgreich. Das heißt, das auslösende Virus ist ab jetzt nicht mehr das wirkliche Problem.

Aber in ihren Fällen wurden dadurch weitere Probleme angestoßen. Wie eben in der Stadt beschrieben.

Es entwickeln sich 

  1. Allergien, 
  2. Autoimmunerkrankungen und auch 
  3. Reaktivierungen voriger Viren / Erreger. 

Diese drei Mechanismen sind sich sehr ähnlich. Eine Denkschule sagt sogar, dass Autoimmunerkrankungen immer durch eine Virusinfektion entstehen, so Dr. Wick.

Und sogar ME/CFS wird ja von vielen Medizinern als Autoimmunerkrankung eingeschätzt. 

An der Stelle noch etwas Wichtiges zur Frage:

Warum fühlen wir uns so dermaßen krank?

Nun, zuerst stecken wir uns mit einem Erreger an. Sie marschieren direkt in die Stadt (unser System). Das ist noch nicht die Virusinfektion. 

Die Virusinfektion ist die Hektik und der Kampf der Sicherheitspolizei. Also die Reaktion auf die Viren. Diese Aktivität nehmen wir als Symptome wahr, von Kopfschmerzen über Gliederschmerzen bis zur totalen Erschöpfung. 

Viren sind zwar die Schurken, doch das Immunsystem schafft Schmerz und Symptome.

Und das ist wichtig zu verstehen, u.a. weil manche Betroffene sogar weder Allergien, noch Autoimmunerkrankungen, noch reaktivierte Viren zu haben scheinen.

Aber sie fühlen sich genauso krank und haben genau dieselben Symptome. 

Wie kann das sein? 

Weil die Sicherheitspolizei in dem ganzen Chaos gar nicht mitbekommt, dass alle Eindringlinge vielleicht bereits bekämpft sind. Aus irgendeinem Grund ist die Mannschaft immer noch hyperaktiv und auf höchster Alarmstufe. Und diese Hyperaktivität nehmen wir als Symptome wahr. 

Aber das nur am Rande, denn im Gespräch mit Dr. Wick geht es hauptsächlich um die Patienten, bei denen tatsächlich Allergien, Autoimmunerkrankungen und/oder reaktivierte Viren gemessen wurden. 

Egal, wie viele reaktivierte Viren, Allergien oder Autoimmunerkrankungen bei Long Covid, PostVac oder ME CFS jetzt wirklich bestehen – eines ist klar: 

  • Die Polizei macht Fehler. 
  • Das Immunsystem ist überfordert. 
  • Es entsteht ein Kontrollverlust. 

Das wollen wir uns genauer anschauen. 

Was passiert bei einer Reaktivierung von Viren genau?

Das Immunsystem besteht aus ganz vielen Abteilungen und unterschiedlichsten Sicherheitsleuten mit ihren spezifischen Ausbildungen. Es ist ein hochkomplexes System und natürlich nicht so einfach wie in dem Beispiel.

Deshalb lass uns die Lupe drauf halten und schauen, was wir von Dr. Wick und seinem Labor lernen können. Dazu nehmen wir das EBV Virus als Beispiel, weil es am meisten verbreitet ist.

Im Labor hat sich folgendes bestätigt:

95% aller Erwachsenen haben den EBV Virus in sich. Die meisten schon seit Kindesalter, z.B. durch das Pfeiffersche Drüsenfieber. 

Bei den meisten hat der Körper die Herausforderung tadellos gemeistert und das Problem war nach ein paar Wochen gelöst.

Trotzdem bleibt auch bei ihnen immer ein Rest der Viren im Körper. Diese sitzen lebenslang im sprichwörtlichen Gefängnis, also in den Zellen, wo sie keinen Unfug anstellen.

Sie sind harmlos für den Körper. Es sei denn, es passiert wieder ein Chaos und es kommt zu Reaktivierungen, sprich die Zellen öffnen ihre Türen und die Viren haben freies Spiel. 

Auf seiner Webseite erklärt Dr. Wick unter „Detailinformationen zu ausgewählten Krankheiten“ alles wichtige zum EBV Virus.

Reaktivierungen können im Labor gemessen werden, aber bitte die richtigen Parameter messen.

Bei jeder Virusinfektion werden Antikörper gebildet. Wie spezielle Sicherheitsleute, die nur für dieses eine Virus ausgebildet und abgestellt sind. 

Im Labor kann man die eigentlichen Erreger (Eindringlinge) nicht messen, sondern nur die Reaktion des Körpers darauf. 

Klassisch würde man die Anzahl der Antikörper messen. Zum Beispiel im LTT Test.

Die Antikörper machen allerdings nicht die Symptome aus. Sie sagen auch nichts darüber aus, ob die Reaktivierung relevant ist, so Dr. Wick.

Deshalb müssen wir uns weitere Sicherheitsleute anschauen, die ebenfalls zur Bekämpfung der Eindringlinge aktiv werden. Sie sind wie Schläger, die den Wächtern zur Seite kommen, um die Erreger in den Zellen zu bewachen.

Dies sind die T-Lymphozyten. 

Diese sind die wahren Schläger-Typen.

Diese T-Zellen (oder T-Lymphozyten) sind bestimmte Zelltypen und Bestandteil der weißen Blutkörperchen (Leukozyten). 

Manche Patienten produzieren trotz ihrer Erkrankung keine Antikörper, aber positive T-Lymphozyten. Und diese T-Lymphozyten machen die Symptome. 

Sie können wir eine Gruppe Schläger einen gehörigen Radau machen, auch wenn vielleicht nur wenige Viren in den Zellen sitzen. 

Ein bisschen wie der kleine Hund vom Nachbarn, der bei jedem Spaziergänger bellt, als würde man ihm alle eingegrabenen Knochen aus dem Vorgarten entreißen wollen.  

Eine klare Überreaktion. 

Diese T-Lymphozyten lassen sich im Labor klar und eindeutig testen.

Dazu werden im Reagenzglas den weißen Blutkörperchen z.B. EBV Bestandteile hinzugegeben, um dann die Reaktion zu messen.

Die Lymphozyten werden als Reaktion ganz groß und schütten produzierte Zytokine aus. Zytokine sind kleine Botenstoffe und wichtig für die Signalübertragung zwischen Zellen. 

Manche Labore machen dazu einen LTT Test (Lymphozyten-Transformations-Test). Dabei wird getestet, wie sich die Lymphozyten verändern. 

Doch Dr. Wick bevorzugt den Elispot Test. Weil dieser viel genauer ist und sich das anschaut, was die Lymphozyten ausschütten, nämlich die Zytokine. 

Übrigens: Immer, wenn man dem Blut EBV Viren dazu mischt, gibt es bei allen Personen eine messbare Reaktion. Bei gesunden Personen liegt diese Reaktion meist unter 5%. Bei Long Covid, PostVac oder MECFS Patienten steigt die Reaktion jedoch hoch auf bis zu 20%. 

Also eine starke Reaktivierung. 

Oder besser eine Überreaktivierung.

Und man kann diese Reaktion nicht nur messen, sondern die Patienten spüren sie. Und zwar an den typischen Symptomen wie extremer Müdigkeit und Erschöpfung, Grippegefühl, geschwollene Lymphknoten und vieles mehr.  

Aber gilt dies nur bei EBV Viren?

An dieser Stelle passt die Frage von Thorsten, einem Podcast Hörer:

Herr Dr. Wick hat im ersten Gespräch kurz Luftschadstoffe in Zusammenhang mit  Entzündungen erwähnt. Kann man sagen, dass toxische Metalle und andere Schadstoffe in die Kategorie „Inflammation“ fallen? Kann sein Labor aus den Parametern für Inflammation Hinweise ableiten, ob eine Entzündung durch Schadstoffbelastung vorliegt? Und vielleicht  sogar welche Stoffgruppe Ursache ist?

Dr Wicks Antwort: Ja!

Auch Entzündungen durch alle möglichen Luftschadstoffe lassen sich messen. 

Entzündungen können sowohl durch Viren oder Bakterien als auch durch Schadstoffe aus der Umwelt wie Schwermetalle oder Schimmel ausbrechen. In der Medizin spricht man allgemein von Schadstoffen. 

Im Labor lässt sich genau messen, bei welchen Schadstoffen die Lymphozyten reagieren und Zytokine ausschütten. 

Es gibt Patienten, die auch nach anderen Schadstoffexpositionen so stark reagieren und ME/CFS entwickeln, z.B. durch 

  • Brustimplantaten, 
  • Aluminium aus manchen Impfstoffen oder 
  • Kampfstoffen während eines Kriegseinsatzes. 

Früher ging man davon aus, dass es sich bei heimgekehrten Soldaten, die unter bestimmten Symptomen lieb, um eine posttraumatische Belastungsstörung handelt. 

Tatsächlich war die Belastung traumatisch und der Krieg war extrem belastend. Aber eben nicht nur psychisch, sondern oft biochemisch durch die Kampfstoffe. 

So ähnlich können wir auch ME/CFS als eine traumatische Belastungsstörung betrachten, allerdings hauptsächlich und als erstes auf biochemischer körperlicher Ebene. 

Dass anschließend auch alle anderen Ebenen in einen Kriegszustand versetzt werden und völlig unter Stress stehen, ist ja wohl logisch. 

Auch über diese anderen Ebenen haben wir gesprochen. Denn eine Frage hat uns bewegt:

Wer ist eigentlich der Haupt-Verantwortliche für das ganze Problem bei dieser Fatigue Erkrankung? 

Gut dass du fragst. Denn das ist wichtig.

Wenn ein Polizei-Team Fehler macht, wird meist immer der Teamleiter zur Verantwortung gezogen. Derjenige, der das Sagen hat. Der Chef.

Dr. Wick spricht darüber, dass dieser Chef anscheinend falsche Befehle gibt. Er scheint irgendein Problem zu haben. Vielleicht wurde er in dem ganzen Chaos selbst verwirrt und gibt diese Verwirrung an andere weiter.

Als hätte die Virusinfektion ihm so eine gewaltige Ohrfeige verpasst, dass er als Folge wahnwitzige Befehle erteilt, die das ganze Chaos noch verschlimmern und aufrecht erhalten.

Auf jeden Fall werden Befehle gegeben, die nicht wirklich hilfreich sind. (Oder wir verstehen den Sinn noch nicht.) Z.B. auch das Problem der letzten Episode mit Dr Wick: Die kleinen Staudämme in den Kapillaren. 

Wer hat das angeordnet und warum? Sehr wahrscheinlich jemand, der die Autorität dazu hat. 

Allerdings, und das ist das Problem, kennen wir diesen Chef noch nicht bzw. gibt es unterschiedliche Meinungen dazu. Ich persönlich glaube (mit vielen anderen), dass es das autonome Nervensystem mit dem limbischen System ist. Von dort aus werden falsche Signale gesendet. 

Dr. Wick vermutet einen anderen Übeltäter: die Immunreaktion des Körpers selbst. Durch dieses Chaos kommt es u.a. zu Verstopfungen der Kapillaren. Vielleicht wurden in dem Prozess der Immunreaktion Stoffe freigesetzt, woraus solche kleinen Mikroaggregate entstanden sind. 

Trotzdem ist auch er überzeugt, dass das autonome Nervensystem in dem ganzen Prozess (in diesem ganzen Kampf) ebenfalls eine Rolle spielt. Die Frage ist nur, an welcher Stelle des Prozesses. 

Und hier kommen wir zurück zu den acht Pathomechanismen bei ME CFS, die sich gegenseitig beeinflussen. Ein Problem führt zum nächsten. Und zum nächsten. 

Wo sollten wir in der Therapie am besten ansetzen?

Dr. Wick listet die drei Ebenen auf, die in einer ganzheitlichen Behandlung wichtig sind. Die drei P’s:

  1. Pharmako-Therapie. Die medikamentöse Behandlung auf biochemischer Ebene. Dr. Wicks Arbeit.
  2. Physiotherapie. Die physikalischen Anwendungen wie Muskeltraining, Massage, Bewegung.
  3. Psychotherapie. Therapien auf emotionaler und mentaler Ebene, einschließlich Umprogrammieren des limbischen neuronalen Gehirns.

Manche schwören darauf, dass der Körper sich selbst reguliert, wenn das Gehirn die richtigen Befehle erteilt. 

Andere sind überzeugt, dass die wichtigste Stellschraube im Immunsystem liegt. Und dass das limbische Gehirn dadurch wieder vernünftig wird. 

Wahrscheinlich liegt die Wahrheit irgendwo in der Mitte und es ist das beste, gleichzeitig auf mehreren Ebenen zu therapieren. So dass auf verschiedenen Ebenen wieder Ordnung ins System kommt und der Organismus zurück in die Homöostase findet.

Trotzdem muss man irgendwo beginnen.

Dr. Wick schlägt vor, die Dominosteine (wie in der vorigen Episode erklärt) von rechts nach links zu therapieren. 

  1. Erstens die Reaktivierung der Viren behandeln. 
  2. Dann die Mikroaggregate in den Kappilaren auflösen. 
  3. Und vor allem oder währenddessen die Hauptursache therapieren, also den Chef selbst.

Aber vielleicht regelt sich das Problem mit dem Chef ja auch automatisch, wenn die Reaktivierung heruntergefahren wird und die Mikroaggregate immer wieder aufgelöst werden. Das vermutet oder hofft zumindest Dr Wick. 

Auf jeden Fall kann er von folgenden Ergebnissen berichten: 

Viele Patienten erleben einen Energiezuwachs von 40%, wenn sie z.B. durch Aspirin (oder Apherese) die Mikroaggregate auflösen.

Und sie gewinnen weitere 40% Energie, wenn die Immunreaktion selbst medikamentös behandelt wird. Was uns zur wichtigen Frage bringt: 

Wie können wir dieses große Chaos in der Stadt (die Immunreaktion) wieder in den Griff bekommen und das ganze System beruhigen? 

Zur Erinnerung: 

  1. Das Problem ist, dass die gesamte Sicherheitspolizei sich auf das aktive Virus (z.B. COVID-19) konzentriert und dadurch andere eingesperrte Viren wieder freigesetzt werden. 
  2. Daraufhin kommen T-Zellen angerannt (bzw. werden produziert), um diese reaktivierten Viren in Schach zu halten. 
  3. Der Körper merkt diese Aktivität der T-Zellen an der starken Erschöpfung, Müdigkeit und Schmerzen. 

Die Behandlung besteht also darin, diese freigesetzten Viren wieder einzufangen bzw. auszuleiten. Und zwar durch das Virustatika Valaciclovir. 

  1. Durch Valaciclovir werden die Erreger behandelt. 
  2. Als Folge beruhigen sich auch die Schlägertruppen, die T-Zellen. 
  3. Und dies wiederum bewirkt ein Abnehmen der Symptome wie Erschöpfung oder Gliederschmerzen. 

Das wichtigste zu Valaciklovir

Valaciclovir wird eigentlich bei Gürtelrose verwendet, wobei die Nierenfunktion intakt sein muss. 

Aber das Medikament kann auch bei Herpesviren wie EBV und bei anderen Viren eingesetzt werden. Es wirkt wie ein Breitbandantibiotikum, nur eben für Viren. Also ein Breitband-Virustatikum. 

Nach kurzer Zeit von 7-10 Tagen spüren viele Patienten die ersehnte Verbesserung von bis zu 40%. 

Allerdings hält diese Verbesserung nicht unbedingt an. Sobald das Medikament abgesetzt wird, kann das Chaos wieder schlimmer werden. 

Deshalb brauchen wir auch weitere Maßnahmen, die das System langfristig beruhigen. 

Was können wir noch tun, um das Chaos in der Stadt langfristiger wieder zu beruhigen und den Körper zu heilen? 

Den Körper beruhigen. Sich Gutes tun. Stress vermeiden. Meditieren. Gute Gespräche führen. Vielleicht auch eine Psychotherapie, um andere Traumata aufzulösen. 

Und ganz wichtig: die neu gewonnene Energie bloß nicht komplett aufbrauchen. Sondern sie dafür nutzen, weitere Pathomechanismen anzugehen und dem Immunsystem so viel Energie wie möglich bereitzustellen, damit es sich selbst neu organisieren kann. 

Also alles tun, was die Selbstheilungskräfte des Körpers stärkt und das System beruhigt. 

Und selbstverständlich all das in Begleitung eines Arztes oder Ärztin, besonders wenn es um die medikamentöse Behandlung geht.


Hier die sehr kurze Zusammenfassung:

Das Immunsystem (die „Sicherheitspolizei“) hat Probleme, seine Aufgabe richtig zu erledigen und Viren, Bakterien etc. effektiv zu bekämpfen. Es ist im Alarmzustand und macht dadurch Fehler.

Drei Hauptprobleme treten auf:

  1. Harmlose Stoffe wie Lebensmittel werden fälschlicherweise als Feind angegriffen (Allergien).
  2. Der eigene Körper wird als „fremd“ angegriffen (Autoimmunerkrankungen).
  3. Bereits eingesperrte Viren/Erreger können wieder freigesetzt werden (Reaktivierungen).

Diese Prozesse führen zu Symptomen wie extremer Erschöpfung und Schmerzen.

Im Labor lassen sich reaktivierte Viren nicht direkt messen, sondern die Reaktion des Körpers darauf, z.B. durch erhöhte T-Lymphozyten-Aktivität.

  • Der LTT Test testet die Lymphozyten.
  • Der Elispot ist jedoch genauer und testet die Anzahl der Zytokine, die als Reaktion auf Schadstoffe von den Lymphozyten ausgeschüttet werden.

Behandlungsansätze:

  1. Virustatika Medikamente wie Valaciclovir zur Bekämpfung reaktivierter Viren. Dieses Medikament wirkt wie ein Breitband- Virustatikum und hat bei vielen Patienten bis zu 40% Verbesserung gebracht.
  2. Auflösen von Mikroaggregaten in Kapillaren, z.B. Aspirin. Auch das hat bei vielen weitere 40% Verbesserung gebracht.
  3. Beruhigung des übererregten Immunsystems auf mehreren Ebenen (Medikamente, Physiotherapie, Psychotherapie, Entspannung)

Langfristig ist eine ganzheitliche Herangehensweise wichtig, um das System zu beruhigen und die Selbstheilungskräfte zu stärken. Auf körperlicher, emotionaler und nervlicher Ebene. 

Hier findest du weitere passenden Texte und Links zu dieser Thematik 

Hier gelangst du zum Wick-Labor und zur Labor-Beratung

Artikel: Das hochwirksame 30-Sekunden-Training bei Long Covid und ME/CFS auch als Podcast-Episode 

Artikel: Warum bin ich immer müde?


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