114: Serie über Energie-Minimalismus: Wie wir unsere wenige Energie bestmöglich nutzen und sparen

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Fatigue+ ist immer auch ein Energieproblem und deswegen braucht es ein bestmögliches Energiemanagement. Darum geht es in diesem Artikel und den hier aufgearbeiteten Podcast-Episoden.

Vielleicht fragst du dich, was ich mit Fatigue+ meine? 

Mit Fatigue+ meine ich alle Krankheitsbilder, um die es bei Fasynation geht: ME als Myalgische Enzephalomyelitis und das chronische Erschöpfungssyndrom CFS, ME/CFS, Long Covid, Post Covid, PostVac, postvirale Fatigue.

Alle diese Erkrankungen haben etwas andere Schwerpunkte. Aber eines haben sie alle gemeinsam, und zwar diese schwere chronische Erschöpfung mit weiteren Symptomen, also einem Syndrom. Damit ich nicht immer alle Begriffe nennen muss und auch nicht in der Gefahr stehe einen zu vergessen, will ich mich auf dieses Fatigue+ einspielen. 

Und Fatigue+ ist immer auch ein Energieproblem. 

Diese wenige Energie müssen wir so gut und vorsichtig wie möglich einsetzen. 

Also unnötige Energie einsparen und immer genügend Energie zur Verfügung haben, um das Immunsystem und die Selbstheilungskräfte zu unterstützen und vor allem unnötige Crash zu vermeiden. 

Weil dieses Thema so wichtig ist, gibt es dazu mehr als nur eine Episode. Zum Thema Pacing gibt es bereits die Episoden 13 und 47, die du dir hier anhören kannst.

In dieser Serie bekommst du weitere Impulse zum Energiesparen, und zwar von uns dreien:  

  1. Zum einen Michaela. Sie ist selbst an ME/CFS erkrankt, also an Fatigue+. Sie hört ebenfalls diesen Podcast und hat für sich und andere eine Liste zusammengetragen, was sie alles tut, um ihre wenige Energie zu haushalten. Danke, Michaela, für deine Hilfe zu dieser Serie. 
  1. Mit Dr. Sabrina Hahn habe ich ein Gespräch über Erschöpfung & Energiemanagement geführt. Sie begleitet vor allem Menschen mit krebsbedingter Fatigue, aber mittlerweile auch immer mehr Long Covid Patientinnen.
  2. Und auch ich mache mir immer wieder Gedanken, wie ich meine Energie am besten sparen und nutzen kann. 

Und ich merke, dass nicht nur das Wie wichtig ist, sondern auch das Warum. Eben weil ich das Thema so oft im Alltag vergesse. Verrückt, oder? 

Immer wieder erwische ich mich, wie ich unnötig Energie verschwende oder Dinge auf eine Art und Weise tue, die mir zu viel Energie kosten. 

Deshalb diese Serie. 

Deshalb diese Episode 114, die du dir hier auch anhören kannst.

 

Die Geschichte vom Leuchtturmwärter 

Die Geschichte spielt in einer Zeit, in der Leuchttürme noch ganz wichtig waren, damit die Schiffe sich an den Küsten orientieren konnten und eben nicht an irgendeinem Felsen zerschellten. 

Seine Aufgabe bestand darin, den Turm besonders bei Nacht am Leuchten zu halten, damit die Schiffe sich orientieren können und nicht gegen die Klippen auflaufen.

Jeweils am Monatsanfang wurde der Öltank des Leuchtturms aufgefüllt, um wieder genug Öl für die nächsten 30 Tage zu haben.

Nun war es so, dass der Leuchtturmwärter ein ganz netter Mensch war. Das muss einfach noch mal erwähnt werden. Und dies sprach sich natürlich im nahe gelegenen Dorf herum. 

Es war also gar nicht verwunderlich, dass schon nach kurzer Zeit seines Dienstantritts die erste ältere Dame vor der Tür stand, um den Leuchtturmwärter zu besuchen. 

„Zufällig“ hatte sie auch gleich einen kleinen Kanister dabei und bat bei der Verabschiedung, ob der Gastgeber ihr nicht den kleinen Kanister mit Öl befüllen könne.

Nun war es so, – ich glaube, ich hab’s schon erwähnt – dass der Leuchtturmwärter ein ganz netter Mensch war. Mit Freude füllte er ihr also den kleinen Kanister und verabschiedete sich winkend von ihr.

Ein paar Tage später erschien ein Familienvater von sechs Kindern, um den Mann im Leuchtturm zu besuchen. Auch er brachte einen Kanister mit, da auch ihm das Öl ausgegangen war.

Nun war es so, dass der Leuchtturmwärter …

Natürlich half er dem Familienvater und verabschiedete ihn dann mit einem fröhlichen Winken.

Einige Tage später bekam der Leuchtturmwärter wieder Besuch…

So ging es noch zwei, drei Mal in den nächsten Tagen. 

Am 20. des Monats passierte es. 

Der Öltank war leer.

In den darauffolgenden zehn Tagen blieb der Leuchtturm dunkel und drei Schiffe zerschellten an den Klippen. In 10 Tagen starben 160 Personen und viele Familien warteten vergeblich auf ihre Lieben.

Dies alles passierte, weil der Leuchtturmwärter ein ganz netter Mensch war.

Nun, die Geschichte vom Leuchtturmwärter möchte etwas aufrütteln. 

Sieben Dinge, die ich aus der Geschichte lernen kann

  1. Ich allein bin verantwortlich für meinen Energietank. ICH muss die Verantwortung für mich selbst tragen, es ist mein Tank. 
  1. Freundlichkeit ist mir wichtig, auch Großzügigkeit. Aber sie darf nicht dazu führen, dass dadurch andere und ich selbst leide.
  2. Mein Energievorrat ist begrenzt und bei Fatigue+ umso mehr. Ich muss dringend vernünftig mit meiner wenigen Energie haushalten. Denn die Geschichte erinnert mich daran, dass der Tank nicht ewig reicht.
  3. Mein Energiemangel hat Auswirkungen auf andere. Bei mir zum Beispiel auf meine Familie, auf mein Umfeld, auf meine Ehe. Also habe ich nicht nur Verantwortung für mich, sondern auch noch für andere.
  4. Es liegt an mir, wofür und für wen ich meine Energie ausgebe. Ich kann und muss selbst mitentscheiden, wie ich meine Energie verwende.

  5. Es sind meistens die vielen kleinen Ausgaben, die am Ende den Tank leeren.
    Es sind nicht die großen Ausgaben, die großen Aktionen, sondern oft die ganz vielen kleinen Aktionen am Tag, die meine Energie wirklich nochmal ganz ausschöpfen, obwohl ich schon so wenig habe.
  6. Ich sollte die Energie an vielen Stellen einsparen, um sie für die wirklich dringenden und wichtigen aufzusparen. Denn auch wenn die nette Dame und der Familienvater aus dem Dorf nette Nachbarn sind – in diesem Fall gelten sie als Energie-Räuber.  

Was passiert, wenn ich zu vielen Energie-Räubern erlaube, mir Energie zu ziehen? 

  1. Mein Körper hat dann einfach nicht genügend Energie, zum Beispiel gegen die Erreger ausreichend vorzugehen.
  2. Auch das Immunsystem und meine Selbstheilungskräfte sind dann viel zu schwach, um die Krankheit bestmöglich zu bewältigen.
  3. Dann erlebe ich z.B. schon nach kleinen Anstrengungen, dass es mir schlechter geht. Also das typische PAM, Post -Exertional Malaise.
  4. Es wird einfach nicht besser, weil ich immer am Limit bleibe und die “Lichter im Turm” flackern nur noch müde.
  5. Dies alles führt zu vielen “kleinen Schiffbrüchen”, also kleinere Dips oder größere Crashs.
  6. Dies wiederum kann richtig zermürben und meine inneren Hoffnungsfunken weniger werden lassen. 

Das alles wollen wir nicht, oder? 

Das wollen wir nicht! 

Deswegen ist diese wichtige Frage so wichtig.

Wie und wo kann ich meine Energie so viel wie möglich einsparen, um meine Genesung zu unterstützen und Verschlechterung zu vermeiden? 

Wie können wir Energie auf allen Ebenen einsparen?

  1. Auf Zell-Ebene bis in die Mitochondrien, wo das wichtige ATP produziert wird.
  2. Auf Nerven-Ebene. Die Nerven gehen bis in alle Organe und Zellen. Auch hier können wir viel Energie verbrauchen oder eben auch einsparen.
  3. Auf mentaler Ebene, wo ebenfalls ganz viel wertvolle Energie gebraucht wird und manchmal auch unnötig verbraucht wird.
  4. Und auf emotionaler Ebene, auf der eben auch viel Energie verbraucht wird, die dann für die Organe nicht mehr zur Verfügung stehen kann. 

Die zwei wichtigsten Tipps am Anfang 

1 Stell dir eine Woche lang mehrmals am Tag diese Frage: Wo und wie kann ich in meiner Situation mehr Energie einsparen?

Und dann beobachte dich, deinen Tagesablauf, deine Aktivitäten, deinen Alltag und stelle deine eigene persönliche Liste zusammen.

Beispiel Finanzen: Ich habe vor einigen Jahren öfters mal meine Finanzen rekonstruiert, also detailliert alles aufgeschrieben, wo wir etwas ausgegeben haben. Ich wollte am Ende des Monats sehen, wo das Geld hin fließt. 

Ich war erstaunt, wie ganz viele minimale Ausgaben am Ende einen großen Betrag ergaben. Ich habe diese kleinen Ausgaben immer zu gering eingeschätzt und nie erwartet, dass am Ende so eine große Summe rauskommt. 

So ähnlich ist es auch mit unseren vielen kleinen Energieausgaben.

Es sind die vielen kleinen Ausgaben, die eine große Summe ergeben Deshalb macht es Sinn, gerade auf die  vielen kleinen Tätigkeiten und Aktivitäten zu achten. 

Der zweite Tipp betrifft die gesamte Serie, die du dir anhören oder durchlesen kannst. 

2 Leg dir die Möglichkeit zurecht, schnell ein paar Notizen zu machen, um die für dich möglichen Tipps aufzuschreiben und festzuhalten. 

Persönlich nutze ich mein Handy und das Programm Evernote. Dort schreibe ich mir immer alles rein. Tagebuch, was ich aus Büchern lerne, Tipps von anderen, hilfreiche Links oder Buchtitel, Zitate, meine eigenen Gedanken. Alles kommt in die Evernote Notizen, die mit der Cloud und meinem Laptop synchronisiert werden. 

Aber man kann auch ein normales Notizbuch nehmen. 

Viel wichtiger ist, dass ich beim Hören oder beim Lesen immer bewusst überlege, was ich mir daraus als kleinen Wissens-Diamanten herausnehmen und in mein Notizbuch speichern kann, damit ich es nicht vergesse. 

Für diese Serie könnte die Frage für den Hinterkopf sein: Welche 3-5 Dinge will ich für mich mitnehmen und umsetzen? 

Und mit diesem Gedanken dann hören bzw. lesen. 

Hören kannst du die nächste Episode 115 übrigens schon. 

Und bald findest du hier auch den Text dazu. 

Herzlich, 

Johannes

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