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Daniels CFS Heilungsgeschichte und sein größtes Geschenk

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Der schlimmste Alptraum wurde für Daniel zum größten Geschenk des Lebens.

Die jahrelange Krankheit war das Beste, das ihm je passiert ist. Sie hat sein Leben komplett verändert.

Das sind die Worte von Daniel van Loosbroek, der jahrelang unter ME/CFS litt und nach seiner Heilung heute anderen Betroffenen hilft, wieder auf die Beine zu kommen.

Aber fangen wir seine Heilungsgeschichte von vorne an.

Als Kind wird Daniel oft gemobbt und hat es nicht leicht. Deshalb gewöhnt er sich schon früh an, sich die Anerkennung anderer zu verdienen. Er will andere beeindrucken. Fordert sich besonders viel.

Mit 18 Jahren zieht er bereits durch die Welt, verdient sich Geld als Animateur und später als Comedian. Aber er will immer mehr. Und er erreicht mehr.

Extremsport. Eigenes Business. Haus in Holland. Freundin.

Letztere bricht die Beziehung eines Tages ab, und Daniel bricht zusammen. Seit dem Tag ist es für ihn immer schwieriger, wirklich zu entspannen. Er ist ständig im inneren Stress-Modus. Erst jetzt merkt er, dass er seine eigenen Ressourcen jahrelang völlig überstrapaziert hatte.

Eines Tages wird ihm in Amsterdam Ecstasy angeboten. Vielleicht hilft ihm die Droge, sich besser zu fühlen? Das Gegenteil passiert. Am nächsten Morgen kann er seinen gewohnten Sport nicht mehr ausführen und kaum die Treppe steigen.

Viele Monate versucht Daniel, die Symptome zu ignorieren, aber es wird immer schlimmer. Seine Arbeit muss er kontinuierlich reduzieren, bis er gar nicht mehr arbeiten kann. Er fühlt sich völlig erschöpft, kämpft mit Brainfog und den üblichen Symptomen.

In einer speziellen CFS-Klinik beginnt er, an einem Programm teilzunehmen. Allerdings geht es ihm so schlecht, dass die Ärzte ihn wieder aus dem Programm nehmen.

Erste Erfahrungen mit emotionaler Arbeit

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Eines Tages stößt er auf das Thema Emotionale Heilung. Intuitiv spürt er, dass seine Krankheit viel mit diesem Thema zu tun hat. Und so lässt er sich darauf ein und beginnt, durch entsprechende Meditationen und Anleitungen seine Emotionen zu erspüren und zu heilen.

Aber auch jetzt muss es wieder extrem sein. Bis zu sechs Stunden am Tag „arbeitet“ Daniel nun an seinen Emotionen. Heult seine ganze Kindheit aus der Seele. Will alle inneren Baustellen gleichzeitig aufarbeiten. Und überanstrengt sich.

Fazit: Es geht ihm noch schlechter.

Heute weiß er, dass emotionale Heilung ein ganz wesentlicher Therapieteil ist, um auch körperlich zu gesunden. Aber wie auch die körperlichen Anstrengungen sehr vorsichtig und gesund portioniert werden müssen, so braucht auch die innere Arbeit eine gesunde Geschwindigkeit.

Mittlerweile leidet Daniel seit 1,5 Jahren an CFS. Er muss sein Business aufgeben, sein Haus verkaufen und bei seinem Stiefvater einziehen.

Viele Monate kommt er kaum aus dem Bett. Er trinkt so wenig wie möglich, damit er nicht so oft auf die Toilette muss. Der Stiefvater macht ihm abends, wenn er selbst von der Arbeit zurück ist, etwas zu essen.

Die meisten Ärzte nehmen ihn nicht ernst. Ein anderer verschreibt ihm Low-Dose Naltrexone (LDN) – ein Medikament, das oft CFS Patienten verschrieben wird. Aber es macht alles nur schlimmer.

Und dann kommt der Tag, der den Alptraum in ein Geschenk verwandelt.

Schwach und alleine liegt Daniel im Bett und fragt sich, warum er noch weiterkämpfen soll. Was ist der Sinn des Ganzen?

Und so gibt Daniel zum ersten Mal auf.

Und zum ersten Mal fühlt sich Daniel glücklich. So richtig gelöst und glücklich.

Von jetzt lernt er, immer wieder nichts zu denken. Einfach nur daliegen und an nichts denken, sich auch im Kopf nicht anstrengen. Körperlich geht ja eh nicht.

Daniel entdeckt, dass er nach einer Stunde Nicht-Denken wieder mehr Energie hat. Er kann für 5-10 Minuten umhergehen. Ein echter Wendepunkt für ihn.

Bis dato war Daniel immer auf die Zukunft ausgerichtet. Kämpfte (erst körperlich, später nur noch im Kopf) darum, wieder fit für die Zukunft zu werden. Denn das Glück lag doch in der Zukunft, oder?

Aber jetzt merkt er, dass die Kraft in der Gegenwart liegt. Und das Glück ebenfalls.

Von jetzt hat Daniel keine Zukunft mehr, nur den Moment. Immer nur den jetzigen Moment. Er muss nicht mehr fliehen oder kämpfen, sondern braucht einfach nur sein.

Langsam geht es Daniel immer besser. Manchmal sitzt er stundenlang auf der Parkbank und genießt den Augenblick. Ruht in der Gegenwart. Und beobachtet Spaziergänger, die irgendwie oft getrieben wirken. Als ob sie von A nach B hetzen. Der Punkt in der Mitte, in dem sie sich gerade auf ihrem Gang befinden, scheint für sie nur ein Hindernis zu sein, das überwunden werden muss. Dabei ist dieses „Hindernis“ alles, was wir haben.

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Dieser eine Moment, in der sich der ganze Frieden und das Glück finden lässt. Und der auch den Körper immer mehr heilen lässt.

Mit der Zeit liest Daniel immer mehr über die spannenden Themen wie emotionale Heilung, innere Glaubensüberzeugungen, Bewusstheit, Neuroplastizität, Meditation, Achtsamkeit, Selbsthypnose, gesunde Gewohnheiten.

Letztere eignet er sich immer mehr an. Und es geht ihm immer besser. Zumindest, solange er diese Gewohnheiten und Erkenntnisse auch lebt. Fällt er zurück in alte Verhaltens- oder Denkmuster, dann fällt auch sein Energielevel wieder ab.

Heute geht es Daniel wieder sehr gut. Er ist viel mehr mit sich selbst verbunden und ruht in sich selbst. Wenn er sich doch gestresst oder getrieben fühlt, legt er sich hin und ruht sich erst einmal eine Stunde aus.

Daniel genießt das Leben. Und er genießt es, andere mit ME/CFS in ihrem Heilungsprozess zu unterstützen.

Dafür hat er ein umfangreiches (englischsprachiges) Online-Programm erstellt, das er kostenlos und auf Spendenbasis zur Verfügung stellt.

Ein Interview mit ihm kannst du hier anschauen.

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Deine eigene Heilungsgeschichte

Und wieder hast du hier eine weitere Geschichte gelesen, die Mut und Hoffnung wecken kann.

Deine eigene Geschichte verläuft sicher ganz anders. Aber vielleicht konntest du einen Impuls aus Daniels Geschichte ziehen?

Auf uns alle wartet ein Weg, der mit vielen Steinen der Hoffnung gepflastert ist. Die Steine mögen anders aussehen. Der Weg mag bei jedem in eine etwas andere Richtung führen.

Aber es gibt einen Weg.

Daran halte ich fest, auch wenn ich seit einem Jahr an Haus und Bett gebunden bin.

Gehen wir zusammen?

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