Es gibt über 35 verschiedene Ursache (n) für das Fatigue-Syndrom

Das Fatigue-Syndrom und seine Ursache: 35 mögliche Gründe

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Für das chronische Fatigue-Syndrom sowie auch andere Fatigue-Syndrome kann es mehr als nur eine Ursache geben. In diesem Artikel schauen wir uns die verschiedenen Auslöser und Ursachen an, die für das chronische Fatigue-Syndrom CFS, aber auch für andere Arten von Fatigue-Syndromen in Frage kommen.

Du findest weiter unten eine ausführliche Liste mit allen möglichen Ursachen, die du als Art Checkliste nutzen kannst. Um diese Liste aber richtig einzuordnen, wollen wir vorher noch zwei Fragen klären:

  1. Was ist ein chronisches Fatigue-Syndrom und
  2. welche Szenarien bzw. Erklärungsmodelle gibt es?

Was ist ein Fatigue-Syndrom?

Zuallererst ist es wichtig zu verstehen, dass das Fatigue-Syndrom streng genommen keine Krankheit, sondern ein Syndrom ist. Also eine Kombination verschiedener Symptome, die das Leben extrem erschweren können.

Es gibt akute Fatigue und chronische Fatigue, Tumorbedingte Fatigue, Postvirale Fatigue und eben auch ein Fatigue-Syndrom, bei dem es neben der Fatigue noch weitere Symptome gibt. Wenn sich das Fatigue-Syndrom über mindestens sechs Monate hinzieht UND bestimmte Kriterien erfüllt, spricht man vom chronischen Fatigue-Syndrom CFS oder auch ME/CFS.

Wichtig: Nicht jedes Fatigue-Syndrom, das sechs Monate oder länger anhält, ist automatisch CFS. Hier muss unbedingt unterschieden werden, weil CFS sonst schnell verharmlost oder missverstanden wird. Das chronische Fatigue Syndrom (oder ME/CFS oder chronisches Erschöpfungssyndrom) ist eine eigenständige Erkrankung mit einem eigenen Diagnoseschlüssel (G93.3), die mit einem Paket an Beschwerden einhergeht.

Wenn wir in diesem Artikel zwischendurch „nur“ vom Fatigue-Syndrom schreiben (ohne chronisch), dann deshalb, weil diese Auflistung eben auch in solchen Fällen hilfreich ist. Trotzdem konzentriert sich diese Website und dieser Text hauptsächich auf das chronische Fatigue Syndrom.

Das Hauptsymptom beim chronischen Fatigue-Syndrom ist eine schwere Erschöpfung, die weit über die normale Erschöpfbarkeit eines gesunden Menschen hinausgeht. Zu dieser Fatigue gesellen sich weitere Beschwerden, wie z.B. Gliederschmerzen, Brainfog, Konzentrationsschwierigkeiten und ein unerholsamer Schlaf. Egal, wie intensiv wir uns ausruhen und entspannen – der Körper kann sich einfach nicht regenerieren.

Neben der Erschöpfung ist deshalb die Post-Exertional-Malaise (PEM) ein zweites Hauptsymptom. Das heißt, dass schon nach geringen mentalen oder körperlichen Anstrengungen die Symptome schlimmer werden.

Die genauen Kriterien und Beschreibung liest du im Blogartikel: Alles über die Krankheit ME/CFS.

Nicht zuletzt ist wichtig, dass wir hier weder von Depression noch von Antriebslosigkeit oder anderen psychischen Beschwerden schreiben. Solche Beschwerden und einhergehenden Gefühle können im Alltag natürlich zusätzlich auftreten und die Lebensqualität noch mal einschränken. Trotzdem ist ein Fatigue Syndrom eine klar körperliche Angelegenheit.

Drei mögliche Szenarien für das Fatigue-Syndrom und seine Ursache

Huhn oder Ei? Beim Fatigue-Syndrom ist es nicht einfach, zwischen Auslöser und Ursache zu unterscheiden. Meistens kann der Beginn des Fatigue-Syndroms einem konkreten Auslöser zugeordnet werden, aber dieser Auslöser ist i.d.R. nicht die einzige Ursache.

Oft ist dieser Auslöser nur die letzte Ursache einer ganzen Kombination von gesundheitlichen Baustellen. Manchmal kann auch nur eine einzelne der hier aufgelisteten Störfelder zum Fatigue-Syndrom führen. Nach unserem Verständnis gibt es generell drei Szenarien bzw. Erklärungsmodelle.

Durch diese folgenden Modelle wird schnell klar, dass es nicht die eine Ursache für das Fatigue-Syndrom gibt UND dass es auch nicht nur eine Art von Fatigue gibt, sondern dass jeder Fall individuell ist und völlig andere Ursachen und Verläufe haben kann.

Szenario 1:
Nur EINE der u.a. Störungen/Krankheitsbilder/Auslöser verursacht das Fatigue-Syndrom. Wäre die Ursache behoben, löste sich auch das Fatigue-Syndrom auf.

In manchen Fällen kann es tatsächlich sein, dass lediglich z.B. eine Ursache für das Fatigue-Syndrom verantwortlich ist. Beispiele sind z.B. eine Nebennierenschwäche, die Stoffwechselstörung HPU, Krebs bzw. die anschließende Tumorbehandlung, HIV oder Blutanämie.

Jedes dieser Krankheitsbilder könnte für sich genommen alleiniger Auslöser für die schwere Fatigue sein. Oder aber mehrere Störungen sind Teil eines größeren kausalen Komplexes, das in seiner Gesamtheit zum Fatigue-Syndrom führen:

Szenario 2:
Mehrere Störungen/Krankheiten/Auslöser verursachen das Fatigue-Syndrom. Hierbei gilt es, diese zu finden und zu therapieren.


Hier kommt das sprichwörtliche überlaufende Fass ins Spiel. Ein gesundheitliches Problem mag der Organismus noch wegstecken. Wenn aber mehrere Störungen und Probleme zusammenkommen, ist der Organismus irgendwann überfordert. Wenn dann noch eine letzte Herausforderung, wie z.B. eine Grippe, ein Sportunfall, starker Stress oder Schimmel im Haus hinzu kommt, läuft das Fass über. Die Ressourcen des Körpers sind sprichwörtlich erschöpft und er kann die hohe Belastung an Störungen nicht mehr bewältigen. Seine einzige Lösung ist das Fatigue-Syndrom, um jeder weiteren Belastung vorzubeugen.

In der funktionellen Medizin und der Ursachenmedizin wird nach all diesen Kausalitäten systematisch gesucht, um sie z.B. durch einen Stufenplan gezielt zu therapieren. Mehr dazu liest du z.B. in dem Artikel über die Ursachen und Behandlung des chronischen Fatigue Syndroms CFS.

Szenario 3:
Mehrere Störungen/Krankheiten/Auslöser überfordern das gesamte System und es kommt zu einer Fehlregulation des autonomen Nervensystems und des Immunsystems. Hier reicht es nicht, die Ursachen zu beheben, sondern auch die daraus resultierende Fehlregulation muss angegangen werden.


Besonders das chronische Fatigue Syndrom scheint komplexer zu sein als nur die Summe seiner Ursachen. Wie in jedem anderen komplexen System auch, bedingen die einzelnen Faktoren einander, es gibt alle möglichen Kreuzreaktionen und weitere Probleme.

Ein simples Beispiel dafür ist das Stromnetz einer Wohnung. Wenn zu viele Geräte auf einmal genutzt werden, kann es zu einer Überforderung des Stromnetzes kommen und die Sicherung springt raus.

Wenn alle Geräte nun vom Netz genommen werden, ist die Sicherung immer noch draußen und muss wieder hineingesteckt werden. Es reicht also nicht aus, nur die Ursache des Ausfalls zu beheben.

Eine ähnliche Theorie gibt es auch für das chronische Erschöpfungssyndrom. Durch die große Überforderung des multiplen Systems kommt es zu einer Fehlregulation des autonomen Nervensystems. Sogar wenn theoretisch wieder alle Verursacher behoben werden, ist das Nervensystem immer noch fehlgeleitet.

Es müssen also nicht nur die individuellen Störfelder behoben werden, sondern gleichzeitig auch das autonome Nervensystem wieder in seine Balance gebracht werden.

Wichtige Vorbemerkungen zur Auflistung

Diese Liste beinhaltet nicht nur Ursachen, sondern eben auch Auslöser, Pathomechanismen, gesundheitliche Baustellen oder gar Symptome, die mit dem Fatigue-Syndrom einhergehen können. Was bei einer Person die Ursache sein kann, ist bei einer anderen vielleicht nur der letzte Auslöser oder eine von mehreren Baustellen. Wie gesagt ist es nicht immer so einfach, zwischen Auslöser, Ursache, Pathomechanismus oder Symptom zu unterscheiden.

Manche der medizinischen Störfelder können auch als Ausschlussdiagnosen verstanden werden, um z.B. das chronische Fatigue Syndrom von einer tumorbedingten Fatigue oder HIV zu unterscheiden.

Die Liste kannst du für dich nutzen, um mithilfe deines Arztes oder Therapeuten strategisch verschiedenste Untersuchungen vorzunehmen und die Behandlung ganz individuell für dich anzupassen.

Disclaimer: Diese Liste ist genau wie alle anderen Texte auf dieser Website keine medizinische Beratung und soll diese auch keinesfalls ersetzen.

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35 mögliche Ursachen für das Fatigue-Syndrom


Ursache 1: Unterversorgung mit Mikronährstoffen

Eine der ersten sinnvollen Untersuchungen bei Fatigue sind die Mikronährstoffe und mögliche Mangelerscheinungen. Wichtige Nährstoffe sind z.B. Vitamine B1, B2, B3, B6, B12, Homocystein und Folsäure. Vitamin D, Vitamin C, Eisen, Coenzym Q10, Carnitin, Magnesium, Kupfer, Zink und Selen. Dazu noch wichtige Aminosäuren wie Tyrosin, Cystein, Methionin, Lysin und Arginin.

Bei Mangelerscheinungen kann es zu einer Erschöpfung des Organismus kommen und mit dazu beitragen, dass der Körper irgendwann ein Fatigue-Syndrom entwickelt.

Dr. Kacik geht in der Podcast-Episode 46 etwas mehr darauf ein.

Mögliche Therapie: getestete Mängel ausgleichen und nach einigen Monaten noch mal testen lassen.

Ursache 2: HIV

HIV ist ein bestimmter Virus mit der Bezeichnung Human Immunodeficiency Virus. Das Virus greift Zellen an, die dem Körper helfen, Infektionen zu bekämpfen. Dadurch wird die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass eine Person andere Infektionen und Krankheiten bekommt. Die Beschwerden bei HIV können deshalb sehr ähnlich sein wie beim Fatigue-Syndrom: Abgeschlagenheit, Erschöpfung, verminderte Leistungsfähigkeit, Grippegefühl, geschwollene Lymphknoten und eine höhere Infektanfälligkeit.

Ursache 3: Tumorerkrankung

Tumorzellen wachsen schneller als gesunde Zellen und verbrauchen daher viel mehr Energie. Gleichzeitig reagiert das Immunsystem gegen den eigenen Körper. Es produziert dabei Substanzen, die die normalen Stoffwechselprozesse des Organismus stören. Dies führt zu Erschöpfung und Abgeschlagenheit, welche häufig nicht sofort, sondern erst nach der Diagnose und während der Therapie wahrgenommen werden.

Elke spricht übrigens in Episode 57 über die Unterschiede zwischen tumorbedingter Fatigue und dem chronischen Erschöpfungs-Syndrom.

Ursache 4: Tumor-Therapien

Nicht nur ein Tumor selbst kann (meist im Endstadium) starke Fatigue auslösen, sondern auch die Therapie. Vor allem Chemo- und Strahlentherapie haben starke negative Auswirkungen z.B. auf die Blutbildung im Knochenmark. Solche Therapien führen dazu, dass der Körper verstärkt zu Infekten und Erschöpfung neigt.

Ursache 5: Rheumatologische Erkrankungen

Rheumatologische Erkrankungen können ähnliche Symptome wie das Fatigue-Syndrom entwickeln und sind somit bei der Differentialdiagnose wichtig. Dazu zählen Rheumatoide Arthritis, Polymyositis, systemischer Lupus Erythematodes (SLE) und Polymyalgia Rheumatica.

Am besten ist es, sich bei Verdacht vom Rheumatologen untersuchen zu lassen.

Ursache 6: Neurologische Erkrankungen

Auch der Neurologe ist beim Fatigue-Syndrom eine wichtige Anlaufstelle. Erstens, um manche andere Erkrankung auszuschließen und/oder eben weitere mögliche Ursachen abzuklären. Zu neurologischen Erkrankungen zählen z.B. Multiple Sklerose (MS), Parkinson-Krankheit, Traumatische Hirnverletzung, Kraniozervikale Instabilität oder Myasthenia Gravis.

Ursache 7: Instabile Halswirbelsäule

Auch ein instabiles Genick oder HWS kann eine der Ursachen beim Fatigue-Syndrom sein. Dabei müssen wir keine große Sportverletzung erlitten haben, sondern die HWS kann schon durch kleinere Erschütterungen oder OPs in Mitleidenschaft gezogen werden, ohne dass wir uns dessen bewusst werden.

Ursache 8: Schilddrüse und Nebennierenschwäche

Auch endokrine und metabolische Störungen können beim Fatigue-Syndrom eine zentrale Rolle spielen. Dazu zählen z.B. die Nebenniereninsuffizienz, Diabetes, Hyperkalzämie oder Hypothyreose.

Manche Schilddrüsenwerte können gute Anhaltswerte dazu geben. Prof. Dr. Elmar Wienecke erklärt in einem sehr aufschlussreichen Interview die Zusammenhänge der TSH-basal Werte und Fatigue. Liegt der TSHbasal Wert unter μ1,3 lU/ml, ist der Körper in Dauerspannung, kämpft ständig mit innerer Unruhe und unerholsamem Schlaf. Liegt der Wert dagegen über 2,5 μlU/ml, fühlt sich der Betroffene wie eine Schlaftablette: antriebslos, müde, total erschöpft. Nur im Mittelwert von 1,6-2,2 μlU/ml erleben wir eine gesunde mentale und physische Leistungsfähigkeit.

Ursache 9: Autoimmunerkrankungen

Manche möglichen Ursachen wiederholen sich in dieser Liste. So sind einige Autoimmunerkrankungen noch mal extra aufgeführt. Trotzdem wollen wir sie hier noch mal extra als Gruppe auflisten.

Bei einer Autoimmunerkrankung wird das Immunsystems fehlgesteuert. Es greift körpereigene Zellen und Organe an, weil das System diese als Gegner wahrnimmt. Zu den Autoimmun-Krankheiten gehören z.B. Multiple Sklerose, Typ-1-Diabetes, Psoriasis und Rheuma. Auch beim chronischen Fatigue Syndrom gehen manche, z.B. Prof. Dr. Scheibenbogen von der Charité Berlin, von einer Autoimmunkrankheit aus.

Ursache 10: Geschwächtes oder überaktives Immunsystem

Beim Fatigue-Syndrom ist das Immunsystem ständig im Kampfmodus, was verständlicherweise viel Energie verbraucht und zur Erschöpfung führt. Weitere Erklärungen dazu findest du z.B. in dem Blogartikel über das Immunsystem.

Der Immunologe ist deshalb einer der ersten Anlaufstellen beim Fatigue-Syndrom. Ein immunologisches Blutbild kann Hinweise auf Erreger, Antikörper oder Ursachen geben, die in dieser Liste extra aufgeführt werden.

Natürliche Killerzellen (NK-Zellen) z.B. helfen dem Körper, Infektionen zu bekämpfen. Viele Patienten mit dem chronischen Erschöpfungssyndrom haben NK-Zellen mit einer geringeren Funktionsfähigkeit. Sie können Infektionen schlechter bekämpfen. Studien haben ergeben, dass der Schweregrad der Krankheit umso schlimmer ist, je schlechter die Funktion der NK-Zellen bei ME/CFS-Patienten ist.

Auch Zytokine geben einen Hinweis darauf, ob der Körper mit bestimmten Entzündungen kämpft. Genauso sinnvoll kann das Testen (neben NK und Zytokinen) folgender Werte sein: IgE, IgA, IgG-AK, Leukozyten, verschiedene Lymphozyten und Antikörper.

Eine mögliche Therapie sind grundsätzlich alle Maßnahmen, die das Immunsystem stärken und die Selbstheilungskräfte aktivieren. Zum Beispiel Mitochondrientherapie, pflanzenbasierte Ernährung, Stressreduzierung, Bauchatmung und individuell die Behandlung von möglichen Erregern oder stillen Entzündungen.

Ursache 11: Stille Entzündungen

Chronische (oder stille) Entzündungen sind die Reaktion des Körpers, wenn das Immunsystem ständig gegen bestimmte Erreger ankämpft. Meist wird solch eine “silent Inflammation” vom Bewusstsein nicht wahrgenommen und kann über Jahre unentdeckt bleiben. Oder aber wir sehen nicht den Zusammenhang von stillen Entzündungen und deren typischen Symptomen, nämlich Müdigkeit, Abgeschlagenheit, allgemeines Krankheitsgefühl und Fatigue. Denn klar – der Organismus ist müde und erschöpft vom ständigen Kampf gegen die Erreger. Auch Allergien, chronische Schwermetallbelastung, Giftbelastungen generell können stille Entzündung auslösen. Leider sind die üblichen Blutwerte oft nicht ausreichend, um stille Entzündung zu erkennen.

Stille Entzündungen können sowohl Ursache, Pathomechanismus als auch eine Folgeerscheinung des geschwächten Immunsystems sein.

Eine besondere Anmerkung verdient die chronische Kieferentzündung oder Kieferknochenentzündung. Sogenannte NICOs (Neuralgia Inducing Cavitational Osteonecrosis) oder auch FDOK (Fettig degenerative Osteonekrose des Kieferknochens) können den Kieferknochen zerstören und Nerven- und Gesichtsschmerzen verursachen. Werden diese NICOs nicht behandelt, können andere sonst sinnvollen Maßnahmen nutzlos sein.

NICOS können über spezielle bildgebende Verfahren sichtbar gemacht werden. Allerdings werden sie meist nur von dafür ausgebildeten Zahnärzten erkannt.

Ursache 12: Überbelastung mit Erregern

Jeder Mensch ist bis zu einem gewissen Grad mit verschiedenen Erregern belastet, wie Bakterien, Viren, Parasiten und/oder Pilzen. Schwierig wird es, wenn die Belastung zur Überlastung wird und der Körper die zu vielen Erreger nicht mehr handhaben kann.

Bei vielen ME/CFS Patienten werden z.B. verstärkt reaktivierte EBV (Epstein-Barr-Viren) festgestellt. Aber auch viele andere Erreger können eine Rolle spielen. Deshalb mag es sehr sinnvoll sein, bestimmte Erreger über ein Blutbild oder den Stuhl abzuklären.

Mehr Hinweise zu dieser Thematik findest du u.a. in dem Podcastgespräch mit Dr. Kacik.

Ursache 13: Chronisch rezidivierende Viren

Beim Chronic Fatigue Syndrom spielen oft Viren eine Rolle, die in Abständen immer wieder auftreten. Man spricht auch von chronisch rezidivierenden Viren.

Ein sehr häufiges ist Herpes labialis, ein Mitglied der Familie der Herpesviren. Lippenbläschen werden durch das Herpes-simplex-Virus ausgelöst, insbesondere Typ 1 (HSV-1), in seltenen Fällen auch durch Typ 2 (HSV-2).

Auch das schon erwähnte Epstein-Barr-Virus kann immer wieder auftreten.

Ursache 14: Retroviren

In Retroviren liegt die Erbinformation (Genom) als RNA vor. Hat das Virus diese Erbinformation in die zu befallende Zelle eingebracht, muss die RNA erst in das „Format“ der Erbinformation der Wirtszelle (DNA) umgewandelt werden.

US-Wissenschaftler haben bei über 65% von CFS Patienten einen Retrovirus festgestellt. Auch in der Studie von Lucas Rodrigues wurde ein Zusammenhang zwischen Retroviren und ME/CFS gefunden.

Wie bei vielen anderen Ursachen in dieser Auflistung findet sich nicht bei allen Menschen mit dem Fatigue-Syndrom ein Retrovirus. Auch können gesunde Menschen das Virus in sich tragen, ohne die ganzen Symptome zu haben. Ein Retrovirus kann also einer der Mitverursacher sein. Es lohnt sich, etwas mehr mit diesem Thema zu beschäftigen.

Ursache 15: Überbelastung chemischer Giftstoffe

Seit der Industrialisierung sind wir mit viel zu vielen Giftstoffen konfrontiert. Ob in Lebensmitteln, Leitungswasser, Pflegemitteln oder sonstigen Stoffen – fast überall nehmen wir in kleinen Dosen Gifte in uns auf. Deshalb ist das Thema Gifte und Umweltbelastung beim Fatigue-Syndrom besonders ernst zu nehmen. Nicht wenige erleben nach einer (manchmal jahrelangen) Entgiftung deutliche Verbesserungen.

Ein hilfreiches Buch sowohl zu stillen Entzündungen als zu Entgiftung: “Silent Inflammation. Chronisch krank” von Dr. Birgitt Theuerkauf.

Ursache 16: Überbelastung mit Schwermetallen

Schwermetalle gehören laut der WHO zu den 10 giftigsten Toxinen überhaupt und werden deshalb hier noch mal extra genannt. Jahrzehntelang nehmen wir über das Leitungswasser, Lebensmittel, Amalgam-Füllungen und andere Wege diese Schwermetalle in kleinen Dosen in uns auf. Dies kann zu schwerwiegenden Folgen und genau den typischen Symptomen führen.

Zum Thema Entgiftung und zur Ausleitung von Schwermetallen hörst du mehr in der Podcast-Episode 48 zum Thema Entgiftung und in Episode 49 mit Dr. Birgitt Theuerkauf.

Ursache 17: Entgiftungs-Störung

Der Körper besitzt sein eigenes Entgiftungssystem, um die aufgenommenen Toxine regelmäßig aus dem Organismus auszuscheiden. Allerdings kann diese Entgiftung gestört sein, z.B. durch bestimmte fehlerhafte Entgiftungsenzyme.
Man spricht auch von Polymorphismen, das sind genetische Varianten der Entgiftungsenzyme. Ob diese Enzyme gestört sind, kann über das Blut getestet werden.

Dazu gehören die Glutathion-S-Transferasen (GST), die aus den einzelnen Enzymen M1, T1 und P1 bestehen, sowie die N-Acetyltransferase 2 (NAT2). In Mitteleuropa gibt es die folgende genetische Entgiftungs(un)fähigkeit:
GST M1 fehlt in 50% der Fälle.
Bei 20% ist GST T1 nicht vorhanden.
GST M1 und T1 fehlen in 5 bis 10% der Fälle.

Diese Entgiftungsstörungen erklären, warum manche Menschen unter Fatigue ähnlichen Vergiftungssymptomen leiden. In solchen Fällen ist es umso wichtiger, die Entgiftung mit anderen Ergänzungsmitteln und bestimmten Entgiftungsprotokollen (z.B. nach Dr. Theuerkauf, Klinghardt, Cutler, Anthony Williams) zu unterstützen.

Ursache 18: Überbelastung von Schimmelpilzen und anderen Pilzen/Human-Parasiten

Genauso wie Viren oder Bakterien können Schimmelpilze und andere Parasiten eine Ursache für Fatigue sein. Denn die Beschwerden bei allergischen Reaktionen von Pilzen reichen von Hautreizungen und Müdigkeit über Grippegefühl, Schwindel, Konzentrationsschwierigkeiten bis hin zu schweren Erschöpfungszuständen.

Schimmel im Haus lässt sich z.B. über einen extra ausgebildeten Schimmelhund finden. Hefepilze im Körper kannst du dagegen z.B. über einen Stuhl testen lassen.

Ursache 19: Anämie – Blutarmut

Eine weitere mögliche Ursache für das Fatigue-Syndrom ist Anämie. Dabei kommt es zu einer Verringerung der Anzahl roter Blutkörperchen. Diese transportieren den Sauerstoff aus der Lunge über den Blutkreislauf in den gesamten Körper. Sind nicht genügend rote Blutkörperchen vorhanden, wird der Körper nicht mehr optimal mit Sauerstoff versorgt: Es kommt zu Kraftlosigkeit und Erschöpfung.

Durch einen Bluttest kannst du herausfinden, ob der Hämoglobinwert oder der Hämatokritwert (also die Anzahl der roten Blutkörperchen) in deinem Blut zu niedrig ist. In dem Fall spricht man von Anämie oder Blutarmut.

Oft lässt sich die Anämie durch das Auffüllen von Mineralstoff Mängeln wieder beheben, meist braucht es dafür jedoch Infusionen. Auch sollte hier nach den Ursachen gefahndet werden, damit die Anämie nicht wieder auftritt.

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Ursache 20: Mitochondriopathie

Mitochondriopathie ist bei jedem Fatigue-Syndrom immer mit beteiligt – meistens jedoch nicht als Ursache, sondern als Folgeerscheinung.

Es gibt sowohl die angeborene, primäre Mitochondriopathie als auch die sekundäre Mitochondriopathie. Letztere ist wie gesagt keine Ursache, sondern eine Folgeerscheinung, die wiederum weitere Probleme mit sich bringt. Man nennt dies auch Pathomechanismus.

Mitochondriopathie bedeutet, dass die vielen kleinen Kraftwerke einer Zelle (Mitochondrien) nicht genügend Energie in Form von ATP produzieren.

Bestimmte Tests (wie Kapillarmikroskopie, Bluttests oder Handkraftmessung nach Dr. Carmen Scheibenbogen) geben Hinweise darauf, ob du an einer Mitochondriopathie leidest. Aber alleine schon die Beschwerden des Fatigue-Syndroms und die niedrige Belastungsgrenze sind Anzeichen genug.

Weil die sekundäre Mitochondriopathie an sich keine Ursache ist, kann sie meist auch nicht direkt behandelt werden. Trotzdem helfen indirekt viele andere Maßnahmen, die Mitochondrien zu stärken. Dazu zählen alle Maßnahmen, die das Immunsystem stärken, die Selbstheilungskräfte aktivieren und die gesundheitlichen Baustellen beheben.

Ursache 21: Stoffwechsel-Störung HPU

HPU kann an sich schon alle typischen Symptome hervorrufen und somit die einzige Ursache für das Fatigue-Syndrom sein. Dann handelt es sich nicht um das chronische Erschöpfungssyndrom, sondern eben nur um HPU mit der dazu gehörenden Fatigue. Schätzungsweise 10% der Frauen und 1% der Männer sind von HPU betroffen.

HPU ist eine Stoffwechsel-Störung (keine Erkrankung), bei der die Synthese von Häm gestört ist. Das bedeutet, dass mehrere Enzyme, die für die Bildung von Häm verantwortlich sind, ihre Arbeit nicht richtig machen. Das wiederum hat Auswirkungen auf die Energiegewinnung, Entgiftung und Sauerstoffversorgung der Organe.

HPU kann über einen Urintest festgestellt werden und u.a. durch die Zuführung von aktivem Vitamin B6 (Pyridoxal-5-Phosphat), Zink und Mangan. Doch wie bei allen Punkten gilt auch hier, dass diese Liste nur als Gedanken-Sprungbrett dient. Vor jeder möglichen Behandlung ist es wichtig, die richtigen Tests durchzuführen und am besten eine Therapie mithilfe deines Arztes oder Therapeuten anzugehen.

Mehr über HPU kannst du z.B. in dieser Podcast-Episode erfahren: HPU als mögliche Ursache bei chronischer Erschöpfung.

Ursache 22: Hashimoto

Ungefähr 10 bis 20 Prozent der Menschen mit dem chronischen Erschöpfungssyndrom leiden an Hashimoto-Thyreoiditis, einer Schilddrüsen-Autoimmunerkrankung. Bei der typischen Hashimoto T. greift das Immunsystem die Schilddrüse an, sie verkleinert sich massiv, löst sich quasi auf und kann ihre Aufgaben (Hormonproduktion) nicht mehr erfüllen. Auch die chronische Entzündung der Schilddrüse bei Hashimoto setzt dem Körper massiv zu. Wer bereits eine Autoimmunerkrankung hat, der hat ein erhöhtes Risiko, im Laufe seines Lebens weitere Autoimmunerkrankungen zu entwickeln.

Da die Schilddrüsenhormone so viele Körperfunktionen beeinflussen, sind die Symptome sehr unterschiedlich. Meistens helfen Bluttests und Ultraschalluntersuchungen dem Arzt, herauszufinden, was los ist. Allerdings testen die meisten Ärzte lediglich TSH und finden nichts, deshalb müsstest du auf eigene Kosten weitere Blutwerte testen lassen.

Ursache 23: Übersäuerung

Ein Körper ist übersäuert, wenn der PH-Wert des Blutes kleiner als 7,35 ist. Durch Übersäuerung befinden sich die Zellen grundsätzlich in einem Milieu, das anfällig für viele Krankheiten ist. Verursacher für die Übersäuerung ist ein ungesunder Lebensstil, schlechte Ernährung sowie starke Medikamente wie Chemotherapien. Durch die Übersäuerung sind die Zellen in ihrer Fähigkeit eingeschränkt, zu funktionieren, zu entgiften und sich selbst zu versorgen. Dieser Stress auf zellulärer Ebene kann zu einem komplizierten Bild verwirrender Symptome führen, wobei anhaltende Müdigkeit möglicherweise die dominierende Komponente des Bildes ist.

Deinen basischen oder übersäuerten Zustand kannst du über das Blut testen lassen oder auch selbst mithilfe von Teststreifen über dein Urin testen.

Ursache 24: Akute oder chronische Borreliose

Die chronische oder akute Borreliose ist eine bakterielle Infektion, die durch Zecken (Borrelia Burgdorferi) übertragen wird. Es wird auch angenommen, dass sie durch Pferdebremsen oder Mückenstiche übertragen wird.

Die Borreliose ist eine Form der Lyme-Krankheit, die als „Schädel-Gesicht-Lyme“ (SFL) bekannt ist und sich auf den Kopf und das Gesicht einer Person ausbreitet. Es gibt auch andere Formen, die z.B. Gelenke und Haut angreifen Die Bakterien vermehren sich in den Lymphknoten und verbreiten sich anschließend über den Blutkreislauf im ganzen Körper.

Wenn eine akute Borreliose nicht erkannt oder rechtzeitig behandelt wird, kann sie sich zu einer chronischen Borreliose entwickeln und zu schweren Symptomen und zum Fatigue-Syndrom führen. Auch kann die Borreliose eine der Ursachen für ME/CFS sein. Ist die Borreliose allerdings der einzige Verursacher für all die Symptome, dann heißt die Erkrankung nicht ME/CFS, weil ja ein konkretes Störfeld vorliegt. In diesem Falle wäre die Borreliose eine Ausschlussdiagnose.

Wichtig: Die akute Borreliose braucht eine andere Behandlung als die chronische Borreliose.

Ursache 25: Allergien und Unverträglichkeiten

Allergien und Unverträglichkeiten können ebenfalls heftige Fatigue auslösen oder verstärken, auch weil es dadurch zu stillen Entzündungen kommt – vor allem bei den TYP-4-Allergien (systemische Allergien) auslösen.

Deshalb ist es grundsätzlich gut, sich durch ein Blutbild auf Allergien testen zu lassen und entsprechende Allergene zu vermeiden. Leider ist der übliche Allergietest (Prick-Test) nicht geeignet. Die heftigen Typ-4- Allergien – die der Patient nicht als Allergien wahrnimmt (weil nur die Folgen, z.B. Erschöpfung bemerkt werden) werden damit überhaupt nicht gefunden. Als Alternative zum üblichen Allergietest bieten andere Labore, wie das IMD in Berlin, effektivere Tests an.

Ursache 26: Histamin-Unverträglichkeit

Histamin-Intoleranz ist – wie auch andere der hier genannten Gründe – meistens nicht die einzige Ursache für das Fatigue-Syndrom. Allerdings können Unverträglichkeit gegenüber Histamin ebenfalls Fatigue Symptome verursachen oder aufrechterhalten.

Histamin findet sich in Lebensmitteln und im eigenen Körper. Im Körper beeinflusst es u.a. den Blutdruck, die Verdauung und die Immunabwehr. Histamin-Unverträglichkeit wird oft als Allergie missverstanden, doch eigentlich ist es eine Stoffwechselstörung. Eigentlich ist es auch keine Intoleranz gegenüber Histamin (wie oft beschrieben), denn das würde bedeuten, dass bestimmte Transportproteine oder Enzyme fehlen, was jedoch nicht stimmt.

In Lebensmitteln wird Histamin vor allem in eiweißreichen Produkten gebildet. Bei einer Histaminunverträglichkeit, scheinen bestimmte Enzyme wie die Diaminoxidase (DAO) im Verdauungstrakt nicht richtig zu funktionieren. Dadurch wird zu wenig Histamin im Organismus abgebaut, was den Betroffenen die Symptome verursacht wie z.B. Durchfall, Übelkeit, Bauchkrämpfe, Hautrötungen, Herzrasen, Schwindel, Atem- und Kreislaufprobleme.

Ursache 27: Entzündliche Darmerkrankungen und Leaky Gut

Ein gesunder Darm spielt für das Immunsystem und die Gesundheit grundsätzlich eine zentrale Rolle. Chronisch entzündliche Darmerkrankungen können dagegen viele weitere Erkrankungen verursachen. Die häufigsten entzündlichen Darmerkrankungen sind Colitis ulcerosa und Morbus Crohn.

Genauso kann auch das Leaky Gut Syndrom viele chronische Infektionen und Beschwerden verursachen. Beim sogenannten durchlässigen Darm können Gifte wieder aus dem Dünndarm durch die Schleimhaut zurück ins Blut gelangen, was zu Vergiftungserscheinungen und anderen Problemen führen kann.

Der Darm und das Leaky Gut Syndrom können über das Blut und über den Stuhl getestet werden.

Ursache 28: Chronischer Stress

Im Grunde könnten wir Stress als die einzige Ursache jeder Krankheit betrachten. Denn alle hier genannten Baustellen verursachen oder sind Stress in der einen oder anderen Art.

Denn Stress findet nicht nur psychisch sondern auch auf körperlicher, biochemischer Ebene statt. Jeder Fremdkörper, Virus, Parasit oder sonstiger Feind verursacht Stress. Genauso auch Fehlregulationen im Immunsystem oder anderen Organen.

Genauso führen auch nitrosativer und oxidativer Stress oft in einen Teufelskreis, wie in dem Artikel über oxidativem Stress näher beschrieben.

Und nicht zuletzt hat psychosozialer Stress immer auch Auswirkungen auf unsere somatischen Erkrankungen wie das Fatigue-Syndrom. Ob unverarbeitete Erlebnisse, Traumata, Erwartungsdruck oder andere mentale Überlastungen. All dieser Stress ist – wenn er für längere Zeit anhält – hochtoxisch für den Körper. Eine der wichtigsten Maßnahmen bei ME/CFS und anderen Arten der Fatigue ist deshalb, jede Art von Stress so weit wie möglich zu reduzieren.

Ursache 29: Chronische Schlafdefizite

Unerholsamer Schlaf ist oft ein zentrales Symptom bei Fatigue oder ME/CFS. Schlafdefizite verursachen aber gleichzeitig auch, dass diese Fatigue aufrechterhalten wird. Denn erholsamer Schlaf mit genügend Tiefschlafphasen ist einer der wichtigsten Faktoren für ein gesundes Immunsystem. Hier ist – wie bei vielen anderen Gründen ebenfalls – nicht immer klar, ob etwas Huhn oder Ei ist. Auf jeden Fall ist es gesundheitsfördernd, auf genügend und guten Schlaf zu sorgen.

Ursache 30: Unverarbeitete Traumata

Ja, wir erwähnten sie schon beim Thema Stress. Doch weil Trauma tatsächlich einer der Hauptauslöser und Mitverursacher beim Fatigue-Syndrom sein kann, wollen wir es nochmal extra erwähnen.

Ein Trauma entsteht durch ein außergewöhnliches Ereignis, das als Bedrohung für das Leben oder die körperliche Unversehrtheit empfunden wird. Das müssen nicht immer extreme Situationen wie Entführung oder sexueller Missbrauch sein, sondern es hängt davon ab, wie die Seele der Betroffenen Person das Ereignis erlebt hat. Schon anscheinend harmlose Ereignisse und auch körperliche Erfahrungen wie ein Unfall oder eine OP können ein Trauma auslösen.

Viele Betroffene sind sich übrigens keiner Traumata bewusst. Doch die Zellen und das Unterbewusstsein erinnern sich sehr gut. Es kann also gut sein, dass der Organismus auf körperlicher Ebene mit vielen typischen Symptomen kämpft.

Deshalb ist es sehr sinnvoll, hier einmal genauer hinzuschauen. Themen wie Polyvagal-Theorie, Somatic Experiencing und grundsätzlich das fehlgeleitete autonome Nervensystem sind dabei hilfreiche Schlüsselwörter.

Ursache 31: Verwesungsgifte durch tote oder wurzelbehandelte Zähne

Der Mund kann eine echte Giftquelle sein, alle möglichen Krankheitsbilder verursachen oder die Therapie blockieren. Bei wurzelbehandelten Zähnen z.B. werden oft die vielen winzigen Wurzelkanäle nicht ausreichend gesäubert, und es entwickeln sich mit der Zeit Verwesungsgifte. Auch bei selbst abgestorbenen toten Zähnen können sich im Zahninneren Bakterien vermehren und einen Krankheitsherd bilden.

Verwesungsgifte wie Mercaptane, Thioäther kannst du über das Blut testen lassen.

Es ist sehr empfehlenswert, mögliche Zahnherde als Ursache für das Fatigue-Syndrom auszuschließen oder zu behandeln. Genauo dasselbe gilt für Metalle im Mund.

Andreas erzählt in Episode 55 seine Heilungsgeschichte, die viel mit Vergiftungen und Zahnherden zu tun hat.

Ursache 32: Metalle im Mundraum

NIcht nur abgestorbene Zähne und Verwesungsgifte können beim Fatigue-Syndrom eine zentrale Rolle spielen, sondern auch Metalle im Mund. Amalgamfüllungen bestehen zu einem großen Teil aus Quecksilber, einem der giftigsten Stoffe überhaupt. Geringe Dosen können über viele Jahre gesehen zu einer starken Vergiftung des Körpers beitragen.

Die meisten Goldkronen bestehen nicht aus 100% Gold, sondern aus weiteren giftigen Substanzen, die mit der Zeit den Körper vergiften.

Am schlimmsten ist es, wenn sich sowohl Gold- als auch Amalgamfüllungen im Mund befinden. Denn nicht nur die Gifte an sich sind hochtoxisch, sondern durch die unterschiedlichen Metalle bildet sich ein viel zu hohes elektrisches Spannungsfeld im Mund. Diese Hochspannung stört wiederum die erheblich schwächeren Nervenimpulse und führt zu allen möglichen Komplikationen.

Ursache 33: Vergiftung durch Fluorchinolone (Antibiotika)

Immer noch werden sogenannte Fluorchinolone als Breitband-Antiotika verschrieben, obwohl sie hochtoxisch sind und Schäden an Nerven, Bindegeweben und Zellen verursachen. Die Symptome können auch Monate oder Jahre nach der Einnahme noch auftreten.

Immer wieder wurden Zusammenhänge zwischen chronischen Erkrankungen (z.B. ME CFS oder anderen Fatigue-Syndromen) und diesem komplett synthetischen Breitband-Antibiotikum entdeckt. Zum Beispiel schreibt die ME/CFS Betroffene Sybille auf ihrem Blog über dieses Thema. Auch gibt es eine extra Website über Fluorchinolone, die auf die Gefahren hinweist.

Zu den zugelassenen Fluorchinolonen gehören z.B. Levofloxacin, Ciprofloxacin, Enoxacin, Moxifloxacin, Ofloxacin und Norfloxacin.

Ursache 34: Elektrosmog und elektromagnetische Felder (EMF)

Elektrosmog wird immer wieder als eine Ursache für Fatigue-Syndrom und andere Krankheitsbilder erwähnt, und das mit Grund.

Denn elektromagnetische Felder (EMF) können z.B. den örtlichen zerebralen Blutfluss ungünstig verändern, hormonelle Schwankungen der Hormone Melatonin, Östrogen, Testosteron sowie Progesteron verursachen, und alle möglichen Störungen verursachen. Wird diese von außen eingehende Strahlung durch Metalle im Mund noch erhöht, exponentieren sich diese Störungen.

Die typischen Symptome von elektromagnetischer Belastung ähneln sich sehr mit den Beschwerden beim Fatigue-Syndrom. Deshalb empfehlen wir sehr, die elektromagnetische Belastung drastisch zu reduzieren. Zum Beispiel durch LAN-Kabel statt WLan, oder das Ausschalten des Mobiltelefons, wenn immer möglich.

Ursache 35: Dysfunktionaler Vagusnerv und fehlreguliertes autonomes Nervensystem

Das autonome Nervensystem mit seinem Vagusnerv ist fundamental wichtig für jede Art von Gesundheit und Genesung – ob psychische oder körperliche Art der Erkrankung.

Der Vagusnerv ist sozusagen der innere Arzt, der die Selbstheilungskräfte aktiviert und aufrechterhält. Viele Forscher und Experten gehen davon aus, dass z.B. bei ME/CFS das autonome Nervensystem die ganze Zeit im Stress-Modus festhängt. Als hätte jemand mit einem Kaugummi die Klingel zum Dauerschellen gebracht, so scheint auch das innere Alarmsystem des autonomen Nervensystems die ganze Zeit aktiv zu sein. Egal, ob wir ausruhen, schlafen oder aktiv sind – tief drinnen kommt der Organismus nie zur Ruhe.

Dies könnte eine Erklärung dafür sein, dass Betroffene auch dann noch unter dem Fatigue-Syndrom leiden, wenn (theoretisch) alle o.g. Ursachen behoben wären. Ja, vielleicht ist am Ende tatsächlich das fehlregulierte autonome Nervensystem DIE Ursache für das Fatigue-Syndrom. Deshalb empfehlen wir sehr, dich mit diesem Thema zu beschäftigen.

Mehr zum autonomen Nervensystem erfährst du z.B. in dem Podcast mit Prof. Dr. Stark und in dem Blogartikel: Warum der Vagusnerv bei CFS so wichtig ist oder auch in dem Gupta Programm.

Deine nächsten Schritte

Anhand dieser Liste kannst du nun Schritt für Schritt deine eigene Erkrankung angehen. Anfangs stehen wahrscheinlich einige Ausschluss-Diagnostiken an, wie z.B. ein Tumor oder eine akute Borreliose.

Anschließend gilt es, mögliche Mit-Verursacher für dein Fatigue-Syndrom herauszufinden und zu behandeln. Bitte sei noch einmal daran erinnert, dass es in den wenigsten Fällen nur eine Ursache für das Fatigue-Syndrom gibt, sondern mehrere Baustellen. Das deutet auf eine längere Behandlung hin, aber es gibt gleichzeitig Hoffnung, dass auch in deinem Fall eine Verbesserung oder gar vollständige Genesung möglich ist.

Was bei allem auf jeden Fall hilft:

In verschiedenen Interviews und Blogbeiträgen zieht sich immer wieder der rote Faden durch, dass das autonome Nervensystem eine zentrale Rolle spielt.

Während du also mithilfe deines Arztes oder Therapeuten die verschiedenen Ursachen prüfst, ist unsere persönliche Empfehlung, dass du in diesem meist doch anstrengenden und langen Prozess gleichzeitig etwas für deinen Vagusnerv tust.

Vielleicht ist ein nächster Schritt der Blogartikel über 30 Übungen, wie du deinen Vagusnerv massieren kannst.

Oder wenn du dich weiter mit den Themen beschäftigen willst, könnte dieser Blogartikel sehr hilfreich sein: Wie du dein chronisches Fatigue-Syndrom behandelst, indem du nach den Ursachen suchst.

Wir hoffen, dass dieser Artikel für dich eine Hilfe war und wünschen dir für deine eigene Erkrankung ganz viel Zuversicht und immer die nötige Portion Kraft, um dranzubleiben.

Vielleicht gibt es noch weitere Punkte, die in dieser Liste fehlen?
Oder eine Frage dazu?

Dann schreib uns gerne in den Kommentaren.

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