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Meine persönliche CFS Therapie

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Wie ich momentan meine Selbstheilungskräfte aktiviere

Vieles ist in den letzten Monaten in mir abgestorben. Geplante Unternehmungen, Träume, bestimmte Weltbilder und Vorstellungen. Aber eines wurde gerade noch vor dem Absterben neu zum Leben erweckt:

Die Hoffnung.

Ja, ich will weiterhin hoffen, dass dieses Erschöpfungssyndrom nicht das Ende meines Lebens ist.

Und nicht das einzige, was mein Leben ausmacht.

Seitdem befinde ich mich auf der Weiterreise, hin zur Besserung meiner Gesundheit und meiner Lebensqualität. Die Ergebnisse meiner Recherchen und gelesenen Bücher sind meine ganz persönliche CFS Therapie.

Bei allem geht es darum, dem Körper und Geist alles zur Verfügung zu stellen, damit er sich selbst heilen kann. Denn das ist klar – kein Arzt und kein Medikament kann uns heilen. Es ist der Körper selbst, der sich heilen kann. Ein fasynierendes Phänomen.

CFS Therapie: Gutes für meinen Körper

Die beste Ernährung bei CFS

Die Art meiner Ernährung würde Normal-Gesunde wahrscheinlich in vitale Energie-Bündel verwandeln. Wobei es natürlich nicht DIE EINE gesunde Ernährung gibt. Aber diese hier erklärte Ernährung scheint zur Zeit die für mich beste medizinische Versorgung zu sein. Denn Nahrung ist bekanntlich die wichtigste Medizin.

Die allgemeinen (ok, zumindest für mich) ungesunden Lebensmittel habe ich komplett aus dem Ernährungsplan verbannt. Alle verarbeitete Lebensmittel, Industriezucker, Weißmehl, Milchprodukte. Dazu alles, wogegen ich allergisch bin, z.B. Eigelb und Soja.

Stattdessen ganz viel pflanzlich vollwertiges Essen. Sehr viel Gemüse, Obst, Nüsse, Samen, Kräuter, gesunde Fette und Öle. Zeitweise ketogene Ernährung, zumindest aber wenig Kohlenhydrate.

Nach fast zwei Jahren veganer Ernährung esse ich mittlerweile wieder vermehrt Fisch, Eiklar, biologische Hühnerbrühe und ab und zu sogar Fleisch.

Um den Darm langfristig aufzubauen, esse ich fast täglich eingelegtes fermentiertes Gemüse. (Ich liebe Kimchi). Momentan muss ich wegen Histaminunverträglichkeit leider darauf verzichten.

Auch gut für den Darm ist das intermittierende Fasten. Deshalb gönne ich ihm i.d.R. täglich eine lange Ruhepause und esse oft nur in einem Zeitfenster von 5-8 Stunden.

Das Wasser ist gefiltert.

Und wo wir schon beim Trinken und gesunden Ergänzen sind: Jeden Tag kommt noch ein Liter Verdauungs-Tee als Darmkur hinzu. Eine selbstgemachte Mischung aus Fenchel, Koriander, Kreuzkümmel und schwarzen Kümmel.

Eine ähnliche Mischung (zusätzlich mit Kurkuma) gibt es nochmal als selbstgemachtes Curry zum Essen dazu.

Dazu noch zweimal täglich einen halben Teelöffel mit sehr bitteren Kräutern im Mund zergehen lassen. Meine ganz persönliche CFS Therapie.

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Die nötigen Mikronährstoffe und Vitamine

Drei Gründe, warum ein ganzer Korb an Dosen an meinem Bett steht:

  1. Viele gute Lebensmittel haben heute wesentlich weniger Nährstoffe als noch vor 50 Jahren.
  2. Durch meine hauptsächlich vegane Ernährung muss ich manche Mittel erst Recht zusätzlich einnehmen, z.B. Omega 3 und Vitamin B12.
  3. Mein Mund kann zwar viel Gutes durchlassen, aber meine CFS-geschädigten Organe können manches nicht mehr vollständig aufnehmen. Deshalb sind bei manchen Mikronährstoffen hochdosierte Mengen angesagt.

Nur mal um einige wichtige zu nennen:  Vitamin D, Omega 3, Vitamin B12, Vitamin B Komplex, Vitamin C, Zink, Selen, Biotin, Magnesium. 

Anwendungen, die mir gut tun

Es kommt mir vor als wäre ich in einer Reha oder Kur. Auch dort hat man jeden Tag Anwendungen. Meine sind eben auf CFS angepasst und in der Johannes-Geschwindigkeit durchgezogen. So, wie es gerade geht.

Morgens ist Ölziehen, Trockenbürsten und noch mehr Zahnhygiene angesagt.

Zum Entsäuern nehme ich ab und zu ein Basenbad. Wir haben uns dazu extra eine kleine Badewanne gekauft, die in die Duschkabine passt.

Um den Muskeln und Lymphen gut zu tun, setze ich mich ab und zu auf die Massage-Matratze. Entspannung und Workout gleichzeitig.

Oder ich lege mich mit nacktem Oberkörper auf die Akupunktur-Matte mit ihren Tausenden von kleinen Nadeln. Nach 20 Minuten bin ich gut durchblutet und stolz, durchgehalten zu haben.

Auch die ausgeliehene Magnetfeldmatte wird mehrmals die Woche genutzt.

Wenn es die Kraft hergibt, mache ich ein paar Dehn- und Muskelübungen. Sehr vorsichtig und langsam, damit es mir anschließend nicht viel schlechter geht. Denn typisch für ME/CFS ist ja die Post-Exertional Malaise (PEM) – also die Verschlechterung nach jeder körperlichen oder auch mentalen Anstrengung.

Um weitere Allergene und Giftstoffe zu vermeiden, läuft bei uns ständig der Luftreiniger. Die Allergiker-Bettwäsche wird jede Woche gewechselt.

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Die CFS Therapie für meinen Geist

Klar – Körper und Geist gehören zusammen und beeinflussen sich gegenseitig. Bei dieser neuro-immunologischen Krankheit spielt der Geist wahrscheinlich eine noch wichtigere Rolle, um das vegetative Nervensystem (VSN) ins Gleichgewicht zu bringen. (Mehr dazu in anderen Artikeln).

Auf jeden Fall versuche ich alles mögliche, um das vegetative Nervensystem zu beruhigen, das Gehirn zu entspannen und mich in einen Zustand zu versetzen, in dem die Selbstheilungskräfte des Körpers ihre Arbeit machen können.

Stress vermeiden

Jede Art von Stress verschlimmert die Symptome. Was vorher normal oder gar spaßig war, ist jetzt meist zu viel. Deshalb versuche ich, jede Art von Stress zu vermeiden.

Besuche, Sorgen, anstrengende Aufgaben. Und auch bei manchen Lebensthemen muss ich mir sagen: Jetzt sind sie nicht dran, ich hebe sie mir für später auf. Denn höchste Priorität ist jetzt meine CFS Therapie.

Adrenalingeladene Filme oder laute Musik ist momentan tabu. Am Bildschirm ist das Nachtlicht eingeschaltet, ich trage eine extra verdunkelte Brille mit Blaulicht-Filter und dimme öfters das Licht oder setzte mir eine Augenbinde auf.

Laute Musik ist ebenfalls tabu. Dafür eher mal ruhige, entspannende Musik.

Gedankenhygiene

Zur Stressvermeidung gehört auch, die Gedanken sauber zu halten. Sorgenvolle, anstrengende oder sonst negative Gedanken liebevoll nach draußen begleiten. Dankbare, zuversichtliche und beruhigende Gedanken herzlich einladen und großzügig bewirten, damit sie länger bleiben. Tut mir sehr gut.

Im Grunde behandele ich mich, wie man ein kleines Baby versorgt. Liebevoll, vorsichtig, ohne große Erwartungen. Ich rede mir gut zu, gebe mir die Zeit, die ich brauche und vertraue darauf, dass ich eines Tages (wieder) anfange zu laufen, zu springen, zu leben.

Entspannen und Meditieren

Ich erlebe es als sehr wohltuend, bewusst zu entspannen und zu meditieren. Einfach nur den Geist und Körper beruhigen, indem ich mich z.B. auf meinen Atem konzentriere, gedanklich meinen Körper durchlaufe (BodyScan) oder in meiner Vorstellung auf eine entspannte Reise gehe. Ob über eine Blumenwiese oder an einem schönen Strand entlang. Sehr entspannend.

Oft höre ich dabei noch binaurale Töne. Durch unterschiedliche Frequenzen auf beiden Ohren versucht das Nervensystem, diese Frequenzen auszugleichen. Soll den Vagus-Nerv positiv beeinflussen.

Lesen und Hören

Was bringen die ganzen Maßnahmen, wenn keine Hoffnung auf Besserung besteht? Um diese Hoffnung zu stärken und konkrete Wege zu finden, befasse ich mich täglich mit diesem ganzen Thema ME/CFS und welche Behandlungsmethoden es gibt. Was sagen Experten? Welche Erfahrungen machen andere? Wie wurden manche sogar geheilt?

Ich merke dass es mir sehr gut tut, mich mit Meinungen, Büchern und Websites zu umgeben, die Hoffnung und Zuversicht ausstrahlen. Die Krankheit an sich ist schon deprimierend genug.

Diese Liste meiner persönlichen CFS Therapie ist eine Momentaufnahme vom Juli 2021. Mit jedem gelesenen Buch und jeder Recherche kann sich eine Stellschraube dazu gesellen oder auch wieder rausgedreht werden.

Vielleicht werde ich irgendwann wieder mehr Fleisch essen oder Kohlenhydrate genießen. Oder andere Dinge tun, um den Körper zu entgiften, entsäuern und ihm gut zu tun. Ich bin gespannt.

Gespannt bin ich auch darauf, was DU als CFS Heldin oder Held gerade tust. Bestimmt hast du noch weitere gute Tipps, die mir und auch anderen weiterhelfen könnten. Danke deshalb, dass du im Kommentarfeld etwas schreibst.

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2 Kommentare

  1. Lieber Herr Schulte,
    ich fand Ihre Internet-Seite als ich den Suchbegriff „Vegane Ernährung bei
    CFS“ eingab.
    Was ich gelesen habe, hat mich sehr berührt und auch erschüttert.
    Ich kann es nicht so gut in Worte fassen, aber ich finde es einfach bewundernswert, wie Sie Ihr Leben mit CFS beschreiben und was Sie schon alles durchgemacht haben.
    Ich möchte vorausschicken, dass ich selbst seit Ende der 90-er Jahre an CFS erkrankt bin. Es deckt sich so ziemlich alles, was Sie schreiben, mit meinem Erleben, sowohl körperlich als auch mental, obwohl ich ein ganz anderes Leben führe, wie sie, z.B. ohne eigene Familie, aber noch mit Mutter, Schwestern und Schwager. Ich bin inzwischen auch schon 65 Jahre alt.
    Ich sehe alles ganz genauso wie Sie – Wort für Wort – , es ist auch
    meine persönliche Quintessenz aus einem 20-jährigen Leben mit CFS.
    Am besten gefällt mir Ihr Prinzip „Hoffnung“. Und auch Ihre Ansichten
    über Lebenseinstellungen und Ernährungsweisen und Selbstheilungs-kräfte.
    Als ich arbeitsunfähig und somit praktisch mittellos wurde und immer mehr in Isolation lebte, habe ich den Begriff Lebensqualität völlig neu für mich definiert und überlegt, wie ich mein Leben doch noch lebenswert gestalten kann. Ich habe mir Taschenbücher über minimalistische Lebensweisen gekauft. Ich interessiere mich auch für Umweltthemen, soziale Themen, spirituelle Themen, Yoga und ich hatte das Glück, da ich keine materiellen Wünsche mehr hatte, mein Geld für gesunde Bio-Lebensmittel ausgeben zu können. Meine Zwillingsschwester hat mir ein Buch über Schüßler-Salze (die Lebenssalze) von Monika Helmke-Hausen geschenkt und meine Mutter bezahlt mir seit fast 20 Jahren die Schüßler-Salze (und auch andere Naturheilmittel). Die Lebenssalze helfen wirklich!
    Ich lebe schon sehr konsequent, was die Ernährung angeht. Vor allem
    das 16-Stunden-Fasten bringt sehr viel, da danach die „Autophagie“, also
    die „Zellerneuerung und -reparatur“ einsetzt. Gänzlich fasten geht bei mir
    auch nicht. Auch vertrage ich keinerlei Soja-Produkte als Ersatz-Lebens- mittel. Mein Ziel wäre es, ausschließlich vegan zu essen und auf meine Lieblings-Bioschokolade (Vivani Dunkle Nougat) verzichten zu können.
    Es ist schon eigenartig, wie eine so einschneidende Krankheit Menschen, die einen ganz unterschiedlichen Background haben, durch das Erlebte verbinden kann.

    Ich möchte Ihnen und auch Ihrer Familie von ganzem Herzen danken, dass Sie diese wichtige Internet-Plattform gegründet haben, um anderen CFS- Betroffenen zu helfen. Dass Sie Ihre wenige Energie dafür investieren, die Ihnen dann fehlt, um selbst noch genug Lebensqualität zu haben und Lebensfreude zu empfinden.
    Ich wünsche Ihnen von ganzem Herzen alles erdenklich Liebe und Gute und baldige vollständige Genesung und dass Sie alles, was Sie – zurecht – noch vom Leben erwarten in vollen Zügen genießen können.
    Ganz herzliche Grüße von Elke Loos aus Nürnberg

    1. Liebe Frau Loos,
      ganz herzlichen Dank für Ihren Kommentar, der mir viel bedeutet. Danke, dass Sie sich diese Zeit zum Formulieren genommen haben.

      So verrückt es ist, aber es tut irgendwie gut zu lesen, dass es einem anderen Menschen ähnlich geht, nicht wahr? Auch wenn wir uns gegenseitig gleichzeitig wünschen, dass wir Besserung erleben.

      Ihren Satz, dass sie den Begriff Lebensqualität ganz neu für sich definiert haben, fand ich sehr anregend. Bei all dem Schmerz hilft uns die Krankheit tatsächlich, intensiver über das Leben und die eigenen Werte nachzudenken, finde ich.

      Ich wünsche Ihnen ebenfalls von Herzen alles Gute und freue mich, wenn wir im Kontakt bleiben. Deshalb schicke ich Ihnen gleich noch mal eine persönliche E-Mail.