113: Wie Dennis von schwerster ME/CFS wieder zu 70% Besserung gefunden hat 

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Dennis hat in der Podcast Episode 113 seine beeindruckende und bewegende Geschichte erzählt. Hier findest du eine Zusammenfassung der wichtigsten Punkte.

Dennis erzählt, dass er in den fünf Jahren Bettlägerigkeit vielleicht fünf Tage hatte, an denen es ihm etwas besser ging und er beispielsweise aufrecht im Bett sitzen konnte. 

Doch heute geht es ihm wieder so gut, dass er heiraten konnte, sein Leben gestalten und sein Studium wieder aufnehmen kann. Er schätzt seine Genesung auf 70 Prozent ein. Ermutigend, oder? 

Ich lade dich ein, diese Episode zu hören – die Kurzfassung oder die Langfassung, wenn du die Kraft dazu hast.

Wichtige Stichpunkte 

  • Vorerkrankungen und krankmachende Aktivitäten. Crashs. 
  • Lebensgefährliche Cortison-Behandlung. Staphylococcen und Antibiotika. Schwerste Bettlägerigkeit. 
  • Gallenprobleme, Vergiftungen und Schimmel. Entgiftungen und Umzug. 
  • Twitter-Aktivitäten für mehr Aufmerksamkeit und gedankliche Wendung.  
  • Autonomes Nervensystem. Atmen und Meditation als Wende. 
  • Viele Optimierungen im 1%-Bereich.   
  • Umgang mit Symptomen, um Crashs zu vermeiden. 
  • Was nicht geholfen hat und was sehr hilfreich war. 

Beginn der Erkrankung

Meistens hat eine Erkrankung eine Vorgeschichte. Interessanterweise dachte Dennis lange Zeit, dass die Erkrankung über Nacht kam. Doch im Rückblick sieht er, dass es bereits vorher Anzeichen gab.

In der fünften und sechsten Klasse war Dennis oft so erschöpft, dass er seinen Kopf auf den Esstisch legen musste. Mit 15 Jahren hatte er dauerhaften Schwindel, und mit 16 begann seine Nase ständig zu laufen, ohne dass eine Ursache gefunden wurde. Er wurde immer häufiger und länger krank, fehlte 10 bis 15 Mal pro Jahr wegen Erkältungen in der Schule. Sein Immunsystem war geschwächt.

Das Leben vor dem Zusammenbruch

Trotz dieser gesundheitlichen Probleme setzte Dennis sein Studium fort. Doch dann kamen seltsame, starke Halsschmerzen hinzu, die nicht nur ein paar Wochen, sondern über Monate anhielten. Zum Glück hatte er in diesen Monaten Semesterferien und somit weniger Stress. 

Rückblickend beschreibt Dennis seine Kindheit und Jugend als sehr stressig. Er ernährte sich schlecht, schlief wenig und hatte viel Stress. Diese ungesunde Kombination trug zur Entwicklung seiner ME/CFS bei. 

Im Studium war er ein Overachiever. Zusätzlich arbeitete er 20 Stunden, machte Krafttraining, war in zwei politischen Jugendorganisationen aktiv und gab drei Personen Nachhilfe. Sein Cortisol-Level war stets hoch, und er genoss dieses stressige Leben, ohne an mögliche gesundheitliche Folgen zu denken.

Der Zusammenbruch

Im Oktober 2017 war es soweit. Dennis erlebte eine stressige Woche, trank mehrmals Alkohol, hatte eine Erkältung und machte Nachtschichten. Während eines Kurzurlaubs mit seiner Freundin verstärkte sich sein Schwindel. 

In der Sauna erlitt er seinen ersten schweren Crash, konnte nicht mehr einordnen, was mit ihm passierte, und versuchte weiterhin, alles mit Willenskraft zu kompensieren. Nach dem Urlaub gönnten sie sich eine Thai-Massage, die Dennis zu einem zweiten Zusammenbruch führte.

Trotz der Zusammenbrüche versuchte Dennis weiterhin, seine Grenzen zu überschreiten. Schließlich erhielt er die Diagnose ME/CFS und war am Boden zerstört. Diese Krankheit wird oft als unheilbar bezeichnet, da viele Menschen jahrelang darunter leiden. 

Ist jetzt alles aus? 

Fünf Jahre schwerste ME/CFS

Die nächsten fünf Jahre verbrachte Dennis fast nur im Bett. Sein Privatarzt vermutete eine Autoimmunerkrankung und schlug eine hohe Dosis Cortison vor. Die Therapie führte zu einer Blutvergiftung, und Dennis konnte kaum noch essen und nahm 10 Kilo ab. Ein Lichtblick kam, als in seinem Blut ein Krankenhauskeim (Staphylococcus) gefunden wurde. Antibiotika brachten eine kurzfristige Verbesserung, doch nach drei Wochen verschlechterte sich sein Zustand erneut.

Dennis und seine Eltern versuchten zahlreiche Therapien und durchlebten Phasen der Hoffnung und Enttäuschung. 

Schließlich entschied Dennis, seine instabile Halswirbelsäule operieren zu lassen, ließ es jedoch bleiben, nachdem er mit Mestinon schlechte Erfahrungen gemacht hatte und er überhaupt nicht mehr reisefähig war. 

Dennis glaubt, dass er die Operation in Spanien nicht überlebt hätte.

Der Umzug und erste Verbesserungen

Dennis‘ Familie zog mit ihm in eine neue Wohnung, wo er Zugang zu frischer Luft und Sonne hatte. Alle möglichen Schimmelquellen wurden entfernt, und Dennis bemerkte erste kleine Verbesserungen. Er konnte wieder mehr essen und hatte weniger Schwindel, doch die Erschöpfung blieb.

Dennis engagierte sich in der Zeit in einer Twitter-Gruppe, um Aufmerksamkeit für die Krankheit zu bekommen. Er glaubte zu dem Zeitpunkt, dass nur externe Hilfe etwas bewirken könnte. Also braucht es mehr Forschung, mehr politisches Engagement, mehr Aufmerksamkeit für die Erkrankung. 

Doch irgendwann beschloss er, mehr Verantwortung für seine eigene Heilung zu übernehmen. Dieser gedankliche Wendepunkt war entscheidend für seine Verbesserung. Und so suchte er weiter nach allen möglichen Lösungen. 

Der Weg zur Besserung

Dennis begann, alles zu optimieren, was seine Genesung fördern konnte. Er reduzierte seine Bildschirmzeit drastisch, setzte sich klare Regeln und bestrafte sich selbst bei Verstößen, indem er z. B. an Fasynation spendete. 

Dennis lernte, sein Nervensystem gezielt zu beeinflussen. Er setzte auf Atemtechniken und Meditation, um Stress zu reduzieren und Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Er forderte sich, aber ging nicht bis an seine Grenzen, um einen Crash zu vermeiden. Sobald er gewisse Symptome spürte, ging er bewusst in die Entspannung, indem er sich gut zuredete, seine Atemübungen machte und dabei meditierte. Dies half ihm, sich Schritt für Schritt zu verbessern.

Ein weiteres hilfreiches Medikament war Cholestyramin, das Gifte in der Galle band und Dennis ermöglichte, wieder mehr zu essen, ohne Schmerzen zu haben.

Was hat nicht geholfen?

Dennis probierte viele Therapien und Medikamente aus, die ihm nicht geholfen haben. Wichtig ist aber zu bemerken, dass dies immer nur subjektive Empfindungen sind. Es ist nicht immer möglich, die konkrete Therapie zu einer konkreten Verbesserung zuzuordnen, weil vieles zeitverzögert oder in Kombination mit anderen Behandlungen erst anschlägt. 

Aber was seiner Meinung nach nicht wirklich half: 

  • Schilddrüsenblocker und -hormone
  • Unzählige Nahrungsergänzungsmittel (nur Vitamin B1 half etwas)
  • Antibiotika (anfangs hilfreich, später nicht mehr)
  • Nährstoffinfusionen
  • Virusstatika
  • Antipilzmittel (anfangs nicht hilfreich)
  • Testosteron
  • Homöopathische Mittel
  • Ernährungsumstellungen 
  • Entgiftungsmittel wie Chlorella, Bentonit, Zeolith, Alpha-Liponsäure waren wahrscheinlich doch hilfreich. 

Einige Therapien und Maßnahmen halfen Dennis jedoch erheblich:

Was hat ihm bei seiner Genesung geholfen?

  • Intravenöse Immunglobuline: Diese führten zu 20 bis 30 Prozent mehr Energie. Also von 5% auf 6%. Scheint nicht viel, aber auf diesem Level macht es einen großen Unterschied. 
  • Low-Dose Naltrexon: Verbessertes Schlafverhalten und stabilerer Schlafrhythmus.
  • Antibiotika nach Kortisonbehandlung: Kurzfristige Verbesserungen.
  • Antipilzmittel nach Umzug in eine neue Umgebung: Führten zu kleinen, aber wichtigen Verbesserungen.
  • Heparin zur Blutverdünnung seines sehr dickflüssigen Blutes: Verbessertes Wohlbefinden und bessere Organfunktion.
  • Cholestyramin für seine Gallenprobleme. Enorme Verbesserung: er konnte wieder mehr essen. 
  • Abilify, als es ihm schon etwas besser ging. 
  • Atemübungen: Reduzierten Stress und aktivierten den Parasympathikus, was die Selbstheilung enorm förderte.
  • Meditationen, um das autonome Nervensystem zu beruhigen. 
  • Radikales Reduzieren der Bildschirmzeit
  • Alles, was das Nervensystem beruhigt: z.B. Keine Nachrichten, Politik oder Action-Filme 
  • Optimierung der Umgebung: Frische Luft, Sonnenschein und schimmelfreie Umgebung.
  • Keine riskanten Experimente mehr, unbedingt Crashs vermeiden. 
  • Bewusstes Gegensteuern (durch stundenlanges Atmen und Meditieren), wenn die Symptome durch Aktivitäten stärker wurden und bei 6 von 10. waren. Also noch nicht kurz vor dem Crash, aber doch schon spürbar. Dadurch konnte er sein Nervensystem neu trainieren. 

Wie geht es Dennis heute? 

Heute hat Dennis immer noch einige gesundheitliche Baustellen. Aber er möchte sich bewusst nicht mehr mit ME/CFS identifizieren, sondern eben mit einem Menschen, der gesundheitliche Baustellen hat.

Er kann wieder am Leben teilnehmen, konnte sogar heiraten, sich wieder seinen Studien widmen. Und hat mehr Energie, um weitere gesundheitliche Probleme anzugehen. 

Was würde sich Dennis vor drei Jahren gerne gesagt haben

Zum ersten: Er würde keinen anderen Betroffenen Rat erteilen, weil jede Situation anders ist. Was ihm geholfen hat, muss nicht anderen helfen. Deshalb also bewusst der Rat an ihn selbst vor drei Jahren:

  1. Der wichtigste Faktor für seine gesundheitliche Verbesserung war, aus der Opferrolle auszusteigen und die volle Verantwortung für die eigene Situation zu übernehmen. Dies ist bei im recht spät passiert, aber besser spät als nie.
  2. Auf der Suche und beim Trial&Error nicht aufgeben, sondern glauben dass es eine Lösung gibt. Ja, es braucht Zeit und Energie, diese Lösungen zu finden, aber es lohnt sich. Nicht aufgeben, Dennis. Das würde er sich gerne schon vor 3 Jahren gesagt haben. 

Wo du mehr Infos findest: 

Hier der YouTube-Kanal von Dennis

Phillip Steiner: Das Praxisbuch – Aktiviere deinen Selbstheilungsnerv (Vagusnerv): Einfache Übungen zur Selbstheilung gegen Entzündungen, Stress, Depression, Trauma, Verdauungsbeschwerden und chronische Krankheiten 

Ursula Eder: Das Parasympathikus-Prinzip: Wie wir mit wenigen Atemzügen unseren inneren Arzt fit machen

Melanie Völker: Vagusnerv für Einsteiger: Wie wir unsere Selbstheilungskräfte aktivieren und die Lebensqualität effektiv steigern. Entdecke das außerordentliche … Ruhenervs, um Ängste und Schmerzen zu lindern

Mehr Infos zum Wieder-Aufladen-Programm von Kathi und Gupta Programm 

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